Umfrage von Next Media Hamburg

Wie sich die Zahlungsbereitschaft von Lesern im Netz steigern lässt

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Mehr Transparenz steigert die Zahlungsbereitschaft
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Mehr Transparenz steigert die Zahlungsbereitschaft
Die meisten Nutzer sind bereit, für journalistische Inhalte im Internet zu bezahlen - das zeigt eine aktuelle Umfrage der Standortinitiative Next Media Hamburg. Allerdings hat die Zahlungsbereitschaft Grenzen. Die Umfrage gibt aber auch Hinweise darauf, unter welchen Umständen die Leser bereit wären, mehr Geld für Inhalte auszugeben. 
Die gute Nachricht für Medienhäuser: Grundsätzlich ist eine große Mehrheit von 81 Prozent der Nutzer bereit, für journalistische Inhalte im Internet zu bezahlen. Die weniger gute: Allzu viel Geld wollen die meisten Leser dafür nicht in die Hand nehmen: Knapp jeder Fünfte (19 Prozent) will maximal 5 Euro im Monat für redaktionelle Inhalte ausgeben, etwa jeder Dritte (30 Prozent) 5 bis 15 Euro. Die von populären Streamingdiensten wie Netflix oder Spotify aufgerufenen Preise von rund 10 bis 12 Euro monatlich haben offensichtlich auch Einfluss auf die Zahlungsbereitschaft für andere Content-Angebote.
Lediglich 32 Prozent der Befragten sind bereit, mehr als 15 Euro pro Monat für journalistische Angebote auszugeben, etwa jeder Fünfte (19 Prozent) will gar nichts bezahlen. Generell gilt: Je älter die Nutzer, desto höher ist die Zahlungsbereitschaft: Bei den über 65-Jährigen sind es 45 Prozent, die mehr als 15 Euro zahlen würden. Jeder Zehnte dieser Altersgruppe ist sogar bereit, mehr als 40 Euro monatlich für Journalismus auszugeben. 

Die Umfrage zeigt auch, wie sich die Zahlungsbereitschaft der Nutzer steigern lässt: So würden 43 Prozent mehr Geld für redaktionelle Inhalte ausgeben, wenn Recherchen und Quellen transparenter dargestellt würden - Medien können also vor allem mit Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei potenziellen Kunden punkten. Für weniger Werbung würde jeder Vierte mehr Geld bezahlen, mehr und bessere Inhalte wäre knapp jedem Fünften mehr wert und für Kombi-Abos würden noch 15 Prozent zusätzlich bezahlen. Kaum ein Hebel für höhere Digital-Erlöse sind dagegen personalisierte Nachrichten (6 Prozent) und bessere Unterhaltungsformate (3 Prozent). 
Dass die Steigerung der Digitalerlöse eine der zentralen Herausforderungen für die Medienhäuser bleibt, zeigt eine andere Zahl: Fast jeder Dritte (31 Prozent) will unter keinen Umständen mehr Geld für journalistische Angebote ausgeben.

Für die Umfrage wurden Anfang September von Civey rund 2500 Personen ab 18 Jahre befragt. Um die Perspektiven für Medienhäuser geht es auch beim Scoopcamp, der Innovationskonferenz  von Next Media Hamburg, die am 24. September als Hybrid-Event stattfinden wird. dh
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