Trotz Vergewaltigungsvorwurf

Facebook hält an Video-Plänen mit Cristiano Ronaldo fest

Juventus-Spieler Cristiano Ronaldo wird Vergewaltigung vorgeworfen
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Juventus-Spieler Cristiano Ronaldo wird Vergewaltigung vorgeworfen
Nach Bekanntwerden des Vergewaltigungsvorwurfs gegen Cristiano Ronaldo hat sich nun Facebook erstmals zu Wort gemeldet. Das soziale Netzwerk wird an den gemeinsamen Video-Plänen mit dem Fußballer festhalten, erklärt ein Unternehmenssprecher gegenüber HORIZONT Online. Für seine Video-Plattform Watch arbeitet Facebook mit Ronaldo an einer eigenen Show.

"Wir sind uns der Anschuldigungen gegen Cristiano Ronaldo bewusst. Sexueller Übergriff ist etwas, das wir natürlich sehr ernst nehmen, deshalb beobachten wir die Situation", teilt Facebook auf Nachfrage mit. Dennoch will das soziale Netzwerk an den gemeinsamen Plänen mit Ronaldo festhalten: "Wir arbeiten gerade an einer Show mit Cristiano - eine noch titellose und geskriptete Serie, bei der er als Executive Producer fungiert. Wir befinden uns erst am Anfang der Entwicklung und haben noch keinen Zeitplan für die Veröffentlichung."



Im Sommer dieses Jahres war bekannt geworden, dass Facebook für seine neue Video-Plattform Watch mit dem portugiesischen Fußballer an einer eigenen Show arbeitet. Laut "Variety" handelt es sich dabei um eine 13-teilige Serie, für die das soziale Netzwerk angeblich tief in die Tasche greift. Zehn Millionen US-Dollar will sich das Unternehmen laut dem US-Portal die Zusammenarbeit mit Ronaldo kosten lassen, um Facebook Watch bei den Nutzern bekannter zu machen.

Der Spiegel berichtete vor drei Wochen exklusiv über Vergewaltigungsvorwürfe gegen Cristiano Ronaldo. Das mutmaßliche Opfer, die US-Amerikanerin Kathryn Mayorga, erklärt gegenüber dem Blatt, im Jahr 2009 von Ronaldo vergewaltigt worden zu sein und im Rahmen von Vergleichsverhandlungen mit seinen Anwälten damals 375.000 US-Dollar Schweigegeld erhalten zu haben.


Die Berichterstattung hat offenbar für den Spiegel selbst ein juristisches Nachspiel. Ronaldos deutscher Anwalt Christian Schertz bereitet einem Reuters-Bericht zufolge eine Klage auf Schadensersatz gegen das Hamburger Nachrichtenmagazin vor. Reuters zufolge sind die Anschuldigungen aus Sicht von Schertz "offenkundig illegal". Es handle sich um eine "unzulässige Berichterstattung von Verdachtsfällen im Bereich der Privatsphäre".

Indes machen sich auch Ronaldos Sponsoren Gedanken über die weitere Zusammenarbeit. Der amerikanische Sportartikelhersteller Nike, mit dem der 33-Jährige vor zwei Jahren einen neuen und angeblich eine Milliarde US-Dollar schweren Vertrag abgeschlossen hatte, erklärte der amerikanischen Nachrichtenagentur AP in einem Statement per Mail: "Wir sind tief besorgt über die verstörenden Anschuldigungen, und wir werden die Situation sehr genau verfolgen."

Auch der amerikanische Videospielentwickler EA Sports teilte mit, dass das Unternehmen die Situation genau überwache, weil man erwarte, dass Werbeathleten und Botschafter sich so verhalten würden, wie die Werte des Unternehmens seien. Auf dem Cover von FIFA 19 aus dem Hause EA Sports ist neben dem Brasilianer Neymar Ronaldo abgebildet. ron

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