Trotz Umzug

taz hält Kai Diekmann weiter die Stange

Trotz Umzug: Der Pimmel über Berlin bleibt
© Twitter / Jürgen Ritter
Trotz Umzug: Der Pimmel über Berlin bleibt
Der bevorstehende Umzug der taz erregt die Gemüter - und zwar nicht nur die der Mitarbeiter der linksgerichteten Tageszeitung. Auch Kai Diekmann hat offenbar dringende Fragen an die taz-Verantwortlichen. Der ehemalige "Bild"-Chefredakteur sorgt sich gewissermaßen um sein bestes Stück.

Der 12. September 2018 war für die taz ein geschichtsträchtiger Tag. Denn an diesem Tag wurde am Verlagsgebäude in der Rudi-Dutschke-Straße 23 in Berlin-Kreuzberg der taz-Schriftzug abmontiert. Für immer. Der symbolträchtige Akt war aber erst der Anfang. Die taz zieht demnächst in ihren Neubau in die Friedrichstraße. Am 27. Oktober soll der Umzug starten. Die Zeiten, in denen man "den echten oder stilisierten Erzfeind Springer von der taz-Dachterrasse direkt vor Augen hatte", wie es taz-Redakteur Stefan Alberti es in einem melancholischen Beitrag auf der taz-Website formuliert, sind damit bald endgültig vorbei. Was den einen oder anderen taz-Redakteur sicher mit einem unguten Gefühl zurücklässt. 

Kai Diekmann steht nun wahrlich nicht im Verdacht, besonders am Schicksal der taz interessiert zu sein. Schließlich verkörperte der heutige Storymachine-Chef in seiner Zeit als "Bild"-Chefredakteur genau das, was Springer zum "Erzfeind" machte, was zahlreiche Scharmützel, etwa um die Fake-taz und die Wulff-Affäre, belegen. Dennoch scheint sich Diekmann aktuell sehr für den Umzug und seine Folgen zu interessieren. Das lässt sich aktuell auf Twitter nachlesen. Als Reaktion auf einen Tweet von taz-Redakteur Martin Kaul, der die Entfernung des taz-Schriftzuges vom Verlagsgebäude auf dem Kurznachrichtendienst in Bildern dokumentierte, schrieb Diekmann: "Und was ist mit MIR - werde ich auch abmontiert?"

Mit dieser Frage spielt Diekmann auf das markante Penis-Kunstwerk am Gebäude der Tageszeitung an. Das vom Bildhauer Peter Lenk geschaffene Kunstwerk mit dem Titel "Friede sei mit Dir" zeigt einen nackten Mann mit überdimensionalem Penis - und war damals als Anspielung auf Diekmann gemeint. Eine "Auszeichnung", mit der Diekmann immer recht offensiv umgegangen ist - und mit der er sich wohl auch in Zukunft brüsten darf. Denn die taz hat inzwischen klargestellt, dass der auch als "Pimmel über Berlin" bekannte Riesen-Penis nicht abmontiert wird. Umzug hin oder her. "Das Relief bleibt hängen", sagte der zuständige taz-Vertriebsmitarbeiter Bernd Thalhammer am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Das Kunstwerk sei nur sinnvoll, wenn es gegenüber dem Axel-Springer-Gebäude hänge. mas




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