WDR-Intendant Tom Buhrow
WDR/Herby Sachs
WDR-Intendant Tom Buhrow
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Tom Buhrow, seit fünf Jahren Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), könnte sich vorstellen, finanziell etwas kürzer zu treten. "Wir sind der größte Sender in der ARD, der zweitgrößte öffentlich-rechtliche in Europa", sagte Buhrow in einem Interview der Funke Mediengruppe. "Die Angemessenheit meines Gehalts müssen andere beurteilen. Ich bin aber durchaus bereit, über mehr Zurückhaltung bei den Gehältern zu sprechen. Das bringt aber in der Summe nur dann was, wenn es alle betrifft."
Buhrow, 59, ist mit einem Jahresgehalt von 399.000 Euro im Jahr der Spitzenverdiener unter den neun ARD-Intendanten. "Das ist viel Geld. Aber ich lege mein Gehalt ja nicht selbst fest. Es wird von den Gremien bestimmt - angesichts der Bedeutung und Verantwortung dieser Aufgabe." 

„Ich bin aber durchaus bereit, über mehr Zurückhaltung bei den Gehältern zu sprechen. “
Tom Buhrow
In dem Interview nimmt Buhrow außerdem ausführlich zu den Vorwürfen wegen sexueller Beläsigung gegen Mitarbeiter der Rundfunkanstalt Stellung. Dabei verteidigt er die außergerichtliche Einigung mit dem ehemaligen WDR-Fernehspielchef Gebhard Henke: "Beide Seiten bestehen auf ihre Rechtspositionen. Wir sind da mit uns im Reinen", so Buhrow. Mit der Einigung vermeide man einen langwierigen Prozess und erspare es einigen Zeuginnen vor Gericht aufzutreten. "Aber wir hätten keine Angst vor der gerichtlichen Auseinandersetzung gehabt." 



Im Fall des wegen sexueller Belästigung entlassenen Auslandskorrespondenten könnte auf den WDR noch ein anderer Prozess zukommen: Der ehemalige Mitarbeiter hat gegen seine fristlose Entlassung geklagt. Derzeit untersucht die ehemalige EU-Kommissarin und ÖTV-Vorsitzenden Monika Wulf-Mathies den Umgang des WDR mit Vorwürfen wegen sexueller Belästigung. Erste Ergebnisse sollen wohl in den kommenden Wochen vorliegen: "Ich glaube, dass sie noch diesen Sommer ihre Untersuchung abschließen wird", so Buhrow. dpa/dh 

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