Tod auf dem Betze

So überbrückt Madsacks Online-Portal Sportbuzzer die fußballfreie Zeit

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Journalist, Krimi-Autor und FCK-Fan Udo Röbel
© Madsack
Journalist, Krimi-Autor und FCK-Fan Udo Röbel
Seit Wochen rollt kein Ball. Die Phantomschmerzen der Fans sind riesig. Aktuelle Berichterstattung gibt es keine. Darunter leidet auch der Sportbuzzer. Deshalb hatte Udo Röbel eine Idee: ein Fortsetzungsroman wie früher, nur eben online. Am Montag geht es los. Tatort des Regional-Krimis ist der Betzenberg in Kaiserslautern.
Da saß Udo Röbel nun in seinem Homeoffice in Hamburg. Es war Mitte März. Zur Arbeit nach Berlin fahren sollte er nicht mehr. Den Enkel sehen durfte er nur noch per Skype. Die Kneipe hatte zu. Und zu allem Elend gab es nicht einmal mehr Fußball. Der Shutdown hieß für Udo Röbel: Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Also beschloss er, sein lange schon geplantes Buch endlich fertigzuschreiben.


Der Roman ist nicht sein erster, diesmal aber wollte er etwas versuchen, was unweigerlich von Erfolg gekrönt sein müsste. Als Boulevardjournalist, der er sein Leben lang war, glaubte er zu wissen, welche Zutaten das Rezept braucht. Er mixte alles, was die Deutschen mögen: Krimis, regionales Flair und eben Fußball. Und weil Udo Röbel, besser bekannt als ehemaliger Bild-Chefredakteur und, ja, auch das, als der Reporter, der damals in Gladbeck zu den Geiselnehmern ins Auto stieg, weil er also nun einmal Pfälzer ist und damit von Geburt an Fan des 1. FC Kaiserslautern, ließ er die Handlung auf dem Betze spielen.

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Da Udo Röbel aber nicht nur Journalist ist, der Krimis schreibt, sondern auch Berater von Madsack mit seinem Redaktionsnetzwerk Deutschland ist, mochte er kaum mit ansehen, wie sich auch hier die Sportjournalisten um Sportberichterstattung ohne aktuellen Sport bemühten und die Zugriffe auf das konzerneigene Portal Sportbuzzer nach unten rauschten. So kam er auf die Idee mit der Ersatzdroge für Fußball-Fans. Sein Vorschlag, den Betze-Krimi wie einst einen klassischen Fortsetzungsroman online erscheinen zu lassen, stieß schnell auf Gegenliebe.


An diesem Montag geht es los, und weil Röbel mit dem FCK gut vernetzt ist, erscheinen die ersten drei Kapitel parallel auf der-betze-brennt.de. Danach verlinkt die Fan-Seite zum Weiterlesen auf den Sportbuzzer. Dort folgt dann täglich ein neues Kapitel. 29 sind es insgesamt.

Mit einem möglichen Verlag, der den Krimi in Buchform veröffentlicht, ist Röbel im Gespräch. Der Titel, „Abpfiff“, und das Cover, das sein Sohn Max entworfen hat, stehen bereits fest. Und wenn das Ganze funktioniert, will Röbel zum Buch auch einen Podcast entwickeln, natürlich in seiner Muttersprache, auf Pfälzisch.

Ein Krimi in 29 Kapiteln. "Abpfiff" lautet der Titel des Buches. Das Cover entwarf Max Röbel, der Sohn des früheren Bild-Chefredakteurs.
© Max Röbel
Ein Krimi in 29 Kapiteln. "Abpfiff" lautet der Titel des Buches. Das Cover entwarf Max Röbel, der Sohn des früheren Bild-Chefredakteurs.
Wie sich der Krimi liest? Udo Röbel sagt: „Er schlabbert sich weg“. Die Formulierung trifft es ziemlich gut. Ähnlichkeiten sind kein Zufall zwischen ihm und dem Protagonisten, Karl-Heinz Feldkamp, genannt „Kalle“, nicht zu verwechseln mit Kalli Feldkamp, jener legendäre Trainer, unter dem es der 1. FC Kaiserslautern 1991 zum Deutschen Meister brachte. Lange her.

Kalle, der ehemalige Reporter, blieb nicht nur seinem Verein treu. Es zieht ihn auch immer wieder in die Heimat, so auch diesmal, zum Geburtstag der alten Mutter. Nur bleibt es nicht beim üblichen Besuch mit selbstgeschmierten Lewwerworschde-Broten und jeder Menge Riesling-Schorle, wie sich das gehört in der Pfalz. Denn auf dem Betze liegt ein Toter im Hotel: Sandig, der Schiedsrichter, den sie in der Pfalz alle hassen bis aufs Blut... usi
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