Telemedienangebote

ZDF will Verweildauer von Inhalten im Netz verlängern

ZDF-Intendant Thomas Bellut
© Foto: ZDF
ZDF-Intendant Thomas Bellut
Der ZDF will mehr Inhalte auschließlich im Internet zeigen und seine Sendungen außerdem länger im Netz zur Verfügung stellen. Möglich macht dies das im Mai in Kraft getretene Telemediengesetz. ZDF-Intendant Thomas Bellut hat dem Fernsehrat am Freitag ein entsprechendes Änderungskonzept vorgelegt. 
In Kern gehe es darum, mehr eigens für das Internet produzierte Inhalte anzubieten, teilte das ZDF am Freitag mit. So will das ZDF in der Mediathek künftig auch Videos anbieten, die nur einen losen oder gar keinen Bezug zu linear ausgestrahlten Sendungen haben. So könnten beispielsweise in den Bereichen Kultur und Wissenschaft mit Online-Only-Inhalten eigenständige Rubriken geschaffen werden, oder schneller aktuelle Nachrichteninhalte ohne Sendungsbezug im Internet zur Verfügung gestellt werden. 


Auch in den Bereichen Sport und Kinder würde das ZDF seine Aktivitäten im Netz gerne ausbauen. Als Beispiele nennt die Rundfunkanstalt Livestreams von Randsportarten ("Damit würde Randsportarten eine große Öffentlichkeit abseits von Pay-TV-Angeboten geboten") und Informations- und Wissensangebote für Kinder. 

Außerdem will der Sender von der Möglichkeit Gebrauch machen, Sendungen länger in seiner Mediathek zur Verfügung zu stellen. Bislang mussten Inhalte in der Regel nach sieben Tagen wieder aus dem Netz verschwinden. Die meisten Rundfunkanstalten hatte diese Fristen für viele Inhalte allerdings schon ausgeweitet.


Informationssendungen wie Nachrichten, Reportagen und Magazine, aber auch Comedy- und Kabarettsendungen sollen nach dem Willen des ZDF künftig zwei Jahre abrufbar bleiben. Fiktionale Inhalte sollen ein Jahr in der Mediathek zu finden sein. Kindersendungen und Inhalte aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft und Technik sollen sogar bis zu fünf Jahre online zur Verfügung stehen. Für nicht selbst produzierte Spielfilme, Spiele der Fußball-Bundesliga und Aufzeichnungen von Großereignissen soll eine Frist von 30 Tagen gelten. 

Für die Änderungen muss ein sogenannter Drei-Stufen-Test durchgeführt werden. Die Entscheidung darüber liegt beim Fernsehrat des ZDF. dh
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