Telekom-TV-Chef Michael Schuld

"Keiner muss Angst haben, dass er die Spiele der Deutschen nicht mehr sehen kann"

Michael Schuld, Deutsche Telekom, im Gespräch mit Peter Turi
© turi2.tv/HORIZONT
Michael Schuld, Deutsche Telekom, im Gespräch mit Peter Turi
Die Deutsche Telekom will bei der Europameisterschaft 2024 dem König Fußball ein digitales Krönchen aufsetzen. Auf der Bühne des Kongresses Total Video von HORIZONT gibt der neue TV-Chef Michael Schuld Einblicke in die Möglichkeiten. So kann er sich vorstellen, dass in gut vier Jahren mehr als heute Augmented und Virtual Reality zum Einsatz kommen und die Zuschauer nicht mehr nur auf großen Screens, sondern über AR-Brillen das Spiel verfolgen. Das fängt bei digital eingeblendeten Zusatzinformationen an und geht bis zu Brillen, die den TV-Screen ersetzen könnten.
Die Gefahr, dass das Fußball-Turnier im Pay-TV verschwindet, sieht Schuld nicht: "Kein Deutscher muss Angst haben, dass er die Spiele der Deutschen nicht sehen kann, oder dass die WM nicht mehr im freien Fernsehen empfangbar ist", das sei schon vom Rundfunkstaatsvertrag her nicht möglich, so Schuld. 


Außerdem spricht der Telekom-Manager im Bühnen-Interview über wirksame Werbung: Das müsse relevanter, guter Content sein, der unterhält und auch verkauft. An die Wirksamkeit klassisch produzierter Werbung glaubt Schuld dagegen nicht mehr. Und er erklärt die Ambitionen des Konzerns als TV-Plattform. Mit MagentaTV und seinen Eigenproduktionen will Schuld den klassischen Sendern und Streaming-Anbietern keine Konkurrenz machen, "das steht uns gar nicht zu". Viel mehr will der Dienst Sendern und VoD-Anbietern eine neutrale Plattform bieten. Denn dass sich die privaten TV-Konzerne RTL und ProSiebenSat.1 freiwillig auf ein Angebot des jeweils anderen begeben, kann Schuld sich aktuell nicht vorstellen.
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