Tarifverhandlungen

Warnstreiks bei Öffentlich-Rechtlichen führen zu Programmänderungen

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Bei den öffentlich-rechtlichenen Sendern wirkten sich Warnstreiks am Mittwoch auf das Programm aus
© IMAGO / Michael Gstettenbauer
Bei den öffentlich-rechtlichenen Sendern wirkten sich Warnstreiks am Mittwoch auf das Programm aus
Wie lange sich der Tarifstreit um die Gehälter der Beschäftigten in öffentlich-rechtlichen Sendern noch hinziehen wird, ist unklar. Gewerkschafter erhöhen den Druck mit erneuten Warnstreiks von Beschäftigen, die sich am Mittwoch auf das Programm mehrerer öffentlich-rechtlicher Sender ausgewirkt haben.

Gewerkschaften hatten zu den Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um Druck in den laufenden Tarifverhandlungen zu machen. Es sind nicht die ersten Warnstreiks in dem Konflikt.


Die Auswirkungen waren unterschiedlich: Im ARD-TV-Gemeinschaftsprogramm Das Erste sahen Zuschauer am Vormittag statt einer Live-Ausgabe der vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) produzierten Sendung "Live nach Neun" eine Best-of-Folge. Im Fernsehprogramm des Norddeutschen Rundfunks (NDR) fällt am späten Abend die Satiresendung "Extra 3" aus, wie es vom NDR hieß. Auch dort werde als Ersatz ein Best-of gezeigt.

Im größten ARD-Sender WDR gab es auch Änderungen bei den Hörfunknachrichten, wie der Sender mitteilte. WDR5 übernahm in der Nacht die Nachrichten von NDR Info des Norddeutschen Rundfunks (NDR), WDR2 und 1LIVE sendeten die SWR-Nachrichten aus der ARD Pop-Nacht.

In den Radioprogrammen von BR24 des Bayerischen Rundfunks (BR) und beim Deutschlandfunk des Deutschlandradios wurden die Warnstreiks in den eigenen Häusern thematisiert. Der BR ging von einzelnen Sendungsausfällen bei BR-Klassik und Bayern 2 und mit einem eingeschränkten Nachrichtenangebot bei BR24 Radio sowie Musikprogramm ohne Moderation bei BR Schlager aus. Zudem konnten im BR-Fernsehen mehrere Sendungen - mehrmals "BR24 in 100 Sekunden" und "Wir in Bayern" - nicht ausgestrahlt werden.

Der Saarländische Rundfunk (SR) teilte mit, dass an "einzelnen Stellen im Programm" der Warnstreik spürbar gewesen sei. Um welche Inhalte es sich handelte, machte der Sender nicht bekannt.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi vom Mittwochmittag beteiligten sich deutschlandweit mehr als 2000 Beschäftigte an den Warnstreiks und Kundgebungen. Zum Beispiel versammelten sich beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) am Standort Hamburg-Lokstedt Mitarbeiter vor dem Haupteingang des Geländes. Auch der Deutsche Journalisten-Verband sprach von zahlreichen Journalistinnen und Journalisten, die sich an den Arbeitsniederlegungen beteiligt hätten.

Die Mehrheit der ARD-Häuser war von Warnstreiks betroffen, den Gewerkschaftern zufolge gab es nur beim Hessischen Rundfunk (HR), Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) und Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) keine Warnstreik-Aktionen. dpa

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