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So will die Südwestdeutsche Medienholding ihre Regionalzeitungen zukunftssicher machen

Herbert Dachs, Geschäftsführer der Medienholding Süd
© Mediengruppe Pressedruck
Herbert Dachs, Geschäftsführer der Medienholding Süd
Die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) hat die Strategie für ihre Regionalzeitungen konkretisiert. Die in der Medienholding Süd gebündelten Tageszeitungen sollen enger zusammenarbeiten und sich stärker auf digitale Produkte konzentrieren. Dafür werden unter anderem Gemeinschaftsredaktionen gegründet. Durch die Restrukturierungen fallen Arbeitsplätze im zweistelligen Bereich weg. 
So wird die Mantelredaktion in Stuttgart noch stärker als bisher die überregionalen Inhalte der Regionalzeitungen der Gruppe steuern. Zur Medienholding Süd (MHS) gehören unter anderem die Stuttgarter Zeitung, die Stuttgarter Nachrichten, der Schwarzwälder Bote, die Neue Presse in Coburg und die Frankenpost mit Sitz in Hof. Diese werden künftig zudem stärker mit Inhalten für ihre Internetseiten aus Stuttgart beliefert. Umgekehrt sollen die regionalen Verlage die Mantelredaktion mit regionalen Inhalten versorgen, auf die künftig alle Titel der Medienholding Süd zugreifen können. Im Zuge des Umbaus sollen zudem Doppelstrukturen abgebaut werden. Das dürfte vor allem die Zeitungen im Raum Stuttgart sowie die benachbarten Titel in Franken betreffen. Die Pläne sollen bis Anfang 2021 umgesetzt werden. 


Die Stärkung der Mantelrerdaktion in Stuttgart, die de facto zur Zentralredaktion der Medienholding Süd ausgebaut wird, diene dem Ziel, "den aktuellen und möglichen neuen Mantel-Kunden außerhalb der MHS weiterhin ein qualitativ erstklassiges und wirtschaftlich hoch attraktives Lieferprogramm zu bieten", teilt der Verlag mit. 

„Wir wollen alle Redaktionen stärker daran ausrichten, digitale Inhalte zu produzieren und vermehrt crossmedial zu denken.“
Swantje Dake
Außerdem will sich die Mediengruppe stärker auf digitale Inhalte konzentrieren. "Wir wollen alle Redaktionen stärker daran ausrichten, digitale Inhalte zu produzieren und vermehrt crossmedial zu denken", erklärt Swantje Dake, Chefredakteurin für Digitales der MHS: "Dafür bündeln wir Knowhow, von dem alle Regionalzeitungen im Verbund profitieren werden. Außerdem planen wir neue und weiterentwickelte Angebote, um noch mehr Leserinnen und Leser zu erreichen und vermehrt digitale Abonnenten zu gewinnen." 


Durch den Umbau fallen bis Ende 2021 Arbeitsplätze im "zweistelligen Bereich" weg. Der Arbeitsplatzabbau soll nach Möglichkeit sozialverträglich umgesetzt werden. Bei der für die digitalen Produkte zuständigen MHS Digital sollen im Gegenzug neue Stellen geschaffen werden. Das erklärte Ziel des Umbaus sei es, "den regionalen Journalismus nicht nur zu erhalten, sondern auch langfristig zukunftsfähig zu machen", teilt das Unternehmen mit.

Der Umbau bei der Medienholding Süd ist Teil der Zukunftsstrategie der Südwestdeutschen Medienholding, zu der auch die Süddeutsche Zeitung gehört. Das Unternehmen will in den beiden kommenden Jahren 100 Millionen Euro in den Ausbau digitaler Angebote und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stecken. dh
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