Studie von ARD und ZDF

Trielle spielen für die Meinungsbildung keine große Rolle

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Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet vor dem zweiten TV-Triell in ARD und ZDF
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Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet vor dem zweiten TV-Triell in ARD und ZDF
Das Fernsehen war für die Wählerinnen und Wähler bei der Bundestagswahl die wichtigste Informationsquelle. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag von ARD und ZDF hervor. Am besten fühlen sich die Zuschauer dabei von den Öffentlich-Rechtlichen informiert. Die Trielle, die das größte mediale Echo hervorgerufen haben, hatten nach Ansicht der Zuschauer aber einen eher geringen Einfluss auf die Meinungsbildung.
Die meisten Wählerinnen und Wähler haben sich im Vorfeld der Bundestagswahl im Fernsehen über die Positionen der Parteien und die Kandidaten informiert. Laut einer Umfrage von Mindline Media im Auftrag von ARD und ZDF schauten 68 Prozent der Befragten vor allem Fernsehen, um sich zu informieren, 54 Prozent nutzten das Internet und soziale Netzwerke, 36 Prozent lasen in erster Linie Zeitungen und 31 Prozent informierten sich im Radio. 

Am aufschlussreichsten fanden die Wähler, die vor allem das Fernsehen zur Information nutzten, vor allem Diskussionsrunden und Interviews mit Politikerinnen und Politikern, Reportagen und Dokus zur Wahl und Sendungen, in denen sich die Spitzenkandidaten den Fragen von Zuschauern stellten. Ausgerechnet die Trielle, die in der Berichterstattung der Medien die größte Aufmerksamkeit aller TV-Formate bekamen, haben nach Einschätzung der Zuschauer dagegen nur in geringem Maße zur Meinungsbildung beigetragen. 
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Die besten Noten für ihre Berichterstattung bekamen die Öffentlich-Rechtlichen: 69 Prozent bewerteten das ZDF mit gut oder sehr gut, 66 Prozent das Erste und 54 den Informationskanal Phoenix. Die Nachrichtensender Welt (52 Prozent) und N-TV (50 Prozent) bekamen ebenfalls mehrheitlich gute Noten für ihre Berichterstattung, die großen Privatsender RTL (32 Prozent), Sat 1 und Pro Sieben (jeweils 27 Prozent) wurden dagegen deutlich seltener gut bewertet. 

Für die Studie wurden zwischen dem 27. September 2021 und dem 1. Oktober 2021 im Auftrag der ARD/ZDF-Forschungskommission durch Mindline Media insgesamt 1000 Personen befragt, davon 800 Personen telefonisch und 200 Personen online. dh
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