Studie

Nur jeder Zweite will für journalistische Inhalte bezahlen

Nur jeder Zweite ist bereit für redaktionelle Inhalte zu bezahlen
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Nur jeder Zweite ist bereit für redaktionelle Inhalte zu bezahlen
Jeder zweite Deutsche ist nicht bereit, für journalistische Inhalte zu bezahlen - egal ob digital oder analog. Das geht aus dem Media Innovation Report von Next Media Hamburg hervor. Und diejenigen, die grundsätzlich bereit sind, für Inhalte zu bezahlen, sind eher knauserig. Die Schmerzgrenze für die meisten Befragten liegt bei 15 Euro im Monat. 
So würden 19 Prozent der Befragten höchstens fünf Euro im Monat für journalistische Produkte ausgeben, etwa jeder Fünfte (22 Prozent) immerhin 5 bis 15 Euro im Monat. Nur zehn Prozent der Befragten wollen mehr als 15 Euro im Monat ausgeben. Jeder zweite (49 Prozent) ist überhaupt nicht bereit, Geld für journalistische Angebote auszugeben. Interessantes Detail: Die Zahlungsbereitschaft sinkt laut der Umfrage mit zunehmenden Alter: Während nur 38 Prozent der 19- bis 29-Jährigen gar nichts für redaktionellen Content  ausgeben wollen, sind bei den 50- bis 65-Jährigen 58 Prozent nicht bereit, für Inhalte zu bezahlen. 
Die Zahlungsbereitschaft für Inhalte ist gering
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Die Zahlungsbereitschaft für Inhalte ist gering



Überhaupt scheint die Wertschätzung für journalistische Inhalte bei den Befragten nicht besonders groß zu sein: 40 Prozent würden eher einen kostenlosen Artikel von einer Künstlichen Intelligenz lesen, 60 Prozent lieber einen kostenpflichtigen Artikel von einem ausgebildeten Journalisten aus Fleisch und Blut. 

Das größte Vertrauen aller Medien genießen öffentlich-rechtliche Sender (69 Prozent), gefolgt von Printredaktionen (63 Prozent) und Onlineredaktionen (58 Prozent). Weniger Vertrauen haben die Menschen in Privatsender (44 Prozent), Blogs (31 Prozent) und Influencer (18 Prozent). 
Öffentlich-rechtliche Sender genießen die höchste Glaubwürdigkeit
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Öffentlich-rechtliche Sender genießen die höchste Glaubwürdigkeit
Die wichtigste Eigenschaft von Journalisten ist aus Sicht der Rezipienten übrigens Ehrlichkeit (60 Prozent). Dahinter folgen fast gleichauf Erfahrung (13 Prozent), die Quellen (12 Prozent) und Authentizität (12 Prozent). 


Für die Studie befragte Statista im Auftrag der Standortinitiative Next Media Hamburg Ende Juni rund 1000 onlinerepräsentative Personen. Die Umfrage ist Teil des Media Innovation Reports von Next Media Hamburg, die am 25. September beim Scoopcamp in der Hamburger Speicherstadt vorgestellt wird. dh 
Ehrlichkeit ist die wichtigste Eigenschaft von Journalisten
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Ehrlichkeit ist die wichtigste Eigenschaft von Journalisten
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