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In der Öffentlichkeit können Video-Ads mit Ton zu peinlichen Situationen führen
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Studie

Laute Videowerbung führt bei vielen Nutzern zu Panikreaktionen

In der Öffentlichkeit können Video-Ads mit Ton zu peinlichen Situationen führen
Wer kennt das nicht: Man surft eine Seite an oder scrollt die aktuellen Posts in einem sozialen Netzwerk durch und auf einmal startet Videowerbung mit Ton. Vor allem in der Öffentlichkeit kann das schnell zu peinlichen Situationen führen - und zu entsprechenden Abwehrreaktionen der Nutzer.
von David Hein Dienstag, 25. September 2018
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53 Prozent der Nutzer hassen es, wenn auf einer Website überraschend ein Werbespot mit Ton startet, während sie ihr Smartphone verwenden. Bei den jungen Nutzern von 16 bis 24 Jahren fühlen sich sogar 66 Prozent der Befragten von Videowerbung mit Ton sehr gestört. Das geht aus einer aktuellen Studie der Mediaplattform Teads hervor. 

Mehr als jeder Zweite (57 Prozent) hat es selbst schon einmal erlebt, dass ungewollt ein Video-Ad in der Öffentlichkeit startete. Etwa ebenso viele Nutzer (52 Prozent) versuchen in dieser Situation, den Ton stummzuschalten. 40 Prozent der Nutzer verlassen sogar die Seite, um den Ton abzuwürgen, sind also erst einmal vergrault. Etwa ein Viertel (26 Prozent) empfinden eine solche Situation sogar als sehr peinlich und geraten in Panik. Nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent) schaut sich den Clip an, zumindest wenn er interessant ist. 

Rund 60 der Nutzer versuchen, solche Situationen von vorneherein zu vermeiden und schalten ihr Smartphone stumm, wenn sie bestimmte Seiten oder Dienste nutzen: Bei Youtube sind es 60 Prozent, bei Nachrichtenseiten 59 Prozent und bei Facebook 57 Prozent. 

"Das muss aber nicht sein", sagt Nicolas Poppitz, Managing Director Germany bei Teads. "Online-Videowerbung kann auch ohne Ton sehr gut wirken. Spots müssen besonders online in sehr kurzer Zeit das Interesse der User wecken. Ohne den richtigen Ansatz hilft da auch der aufgezwungene Ton nicht. Im Gegenteil, er nervt eher. Die kreative Umsetzung muss die Nutzungssituation am PC oder Smartphone berücksichtigen. Davon ist abhängig, ob sich die User entscheiden, das Video anzuschauen und bei Interesse vielleicht sogar den Ton aktiv anzuschalten." 

Teads empfiehlt daher, bei der Kreation von vorneherein darauf zu achten, dass die Botschaft des Spots auch ohne Ton verständlich ist. Auch Einblendungen und Overlays sowie ein einheitliches Branding könnten den Inhalt transportieren. Immerhin 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Videowerbung eher zu Ende anschauen, wenn sie auch ohne Ton verständlich ist. dh


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