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So viele Nutzer würden für Disney+ ihr Netflix-Abo kündigen

Video-Streaming wird immer beliebter
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Video-Streaming wird immer beliebter
Seit Dienstag ist Disney+ in den USA, Kanada und den Niederlanden online. Deutsche Nutzer müssen sich noch bis Ende März gedulden, bis sie den Streamingdienst des US-Unterhaltungskonzerns abonnieren können. Das Interesse ist groß: Ein Drittel kann sich vorstellen, ein Disney+-Abo abzuschließen. Viele wollen dafür sogar einen bestehenden Streaming-Dienst kündigen. 
Laut einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Audience Project erwägt etwa jeder dritte deutsche Haushalt (30 Prozent), Disney+ zu abonnieren. Bei Haushalten mit Kindern zeigen sogar 40 Prozent der Befragten Interesse an dem Streamingdienst. Auch der oft gestellten Frage, für wie viele Streamingdienste Platz im Markt ist, sind die Marktforscher nachgegangen. So ist in vielen Haushalten offensichtlich mitterweile bei der Zahlungsbereitschaft die Grenze erreicht: 41 Prozent derjenigen, die ein Disney+-Abo erwägen, würeden dafür einen anderen Streamingdienst kündigen. Dabei steht Netflix bei den meisten ganz oben Streichliste (30 Prozent), gefolgt von Prime Video (25 Prozent) sowie Maxdome und Sky Ticket mit jeweils 8 Prozent. 


Allerdings müssen sich die großen Anbieter wohl keine Sorgen machen, dass ihnen die Nutzer in Scharen davonlaufen. Aktuell liegt der Bekanntheitsgrad von Disney+ in Deutschland gerade einmal bei 30 Prozent. 

Insgesamt ist die Streamingnutzung weiter auf dem Vormarsch. Griffen im vierten Quartal 2018 nur gut ein Drittel der Befragten wöchentlich auf Streaming-Dienste zu, waren es in diesem Herbst bereits 43 Prozent. Im gleichen Zeitraum nahm die Nutzung von klassischem Fernsehen weiter ab – von 83 auf 80 Prozent. 


"Der Markteintritt von Disney+ mischt das Geschäft der deutschen Streaming-Angebote radikal auf", so die Erwartung von Rune Werliin, Chief Product Officer bei AudienceProject: "Die Dominanz von Netflix könnte in Frage gestellt werden, da Tausende von deutschen Verbrauchern einen Wechsel von ihrem jetzigen Anbieter zu Disney+ in Betracht ziehen. Im nächsten Jahr könnte sich zu diesem Zeitpunkt ein ganz anderes Bild ergeben, wenn es beispielsweise um die Zahl der Abonnements und die Nutzung von digitalem Fernsehen im Allgemeinen geht." dh
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