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P7S1-Chef Max Conze auf der Dmexco
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Streamingdienst von P7S1

Das ist Max Conzes Zwischenbilanz zu Joyn

P7S1-Chef Max Conze auf der Dmexco
Vor zweieinhalb Monaten ging der gemeinsam von Pro Sieben Sat 1 und Discovery gestartete Streamingdienst Joyn offiziell an den Start. Auf der Dmexco in Köln hat P7S1-CEO Max Conze nun ein erstes Fazit gezogen. "Wir sind noch ganz am Anfang, aber die ersten Zahlen sind zufriedenstellend", sagte er in einem Talk auf der Conference Stage. Conze forderte gleichzeitig von der Branche, mehr Mut zur Veränderung zu zeigen.
von Giuseppe Rondinella Mittwoch, 11. September 2019
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Wie Conze auf der Dmexco sagte, hat Joyn nach Marktstart im Juli insgesamt mehr als 3 Millionen App-Downloads und mehr als 10 Millionen Besucher erreicht. Der P7S1-Manager kündigte an, noch in diesem Jahr eine bezahlpflichtige Version der Plattform launchen zu wollen, die dann mit weniger Werbung daherkommt. Außerdem wolle der Medienkonzern aus Unterföhring verstärkt in Original Content investieren.



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Mit Joyn wollen P7S1 und Discovery eine deutsche Alternative zu Netflix & Co bieten. Viele Inhalte sind sieben Tage vorab und 30 Tage nach Ausstrahlung im linearen TV verfügbar. Außerdem zeigt die Plattform Livestreams von über 50 Sendern sowie ein umfangreiches On-Demand-Angebot, das auch viele lokale und exklusive Inhalte beinhaltet - darunter zum Beispiel die dritte Staffel von "Jerks" mit Christian Ulmen und Fahri Yardim. Ende 2019 soll die Serie "Check Check" mit Klaas Heufer-Umlauf kommen und "Frau Jordan stellt sich gleich" mit Katrin Bauerfeind anlaufen. 

„Es ist absolut okay, wenn Sie Amazon Prime Video oder Netflix schauen, das mache ich auch ab und zu.“
Max Conze
Für Conze sind die Vergleiche mit Netflix und Co offenbar nicht von großer Bedeutung. "Es ist absolut okay, wenn Sie Amazon Prime Video oder Netflix schauen, das mache ich auch ab und zu", sagt Conze in Richtung Dmexco-Publikum. "Aber ich möchte darauf aufmerksam machen, dass diese Inhalte nur ein Teil des großen Entertainment-Universums sind", fügt Conze hinzu und verweist auf die zahlreichen anderen Contentsparten innerhalb des P7S1-Konzerns.


Pro Sieben Sat 1 und Discovery wollen mit ihren Joyn-Inhalten übrigens nicht allein bleiben. Das erklärte Ziel der Partner ist es, alle deutschen Contentanbieter auf der Plattform zu versammeln. Wie das aussehen kann, ist unklar. Gespräche in alle Richtungen sollen laufen. Der private Konkurrent, die Mediengruppe RTL Deutschland, hat seine Plattform TV Now bereits Ende 2018 relauncht und tritt ebenfalls mit dem Anspruch an, ein Aggregator für deutsche Medieninhalte zu sein. 

Conze nutzte die Gelegenheit auf der Dmexco-Bühne, um von der Branche mehr Veränderungswillen einzufordern. „Wir können uns mit China-Geschwindigkeit transformieren, wenn wir nur wollen“, so Conze. Als Beispiel diene seiner Meinung nach Joyn, das in weniger als 12 Monaten entwickelt wurde. Oder eine News-App in Österreich, die P7S1 gestern in Wien gelauncht hat und für dessen Entwicklung sogar nur 3 Monate benötigt wurden. ron

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