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DAZN ist nicht mehr werbefrei

DAZN zeigt erstmals Werbung
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DAZN zeigt erstmals Werbung
Zeitenwende bei DAZN: Der Streamingdienst, der unter anderem Highlights der Fußball-Bundesliga zeigt, wird an diesem Wochenende erstmals Werbung im eigenen Programm zulassen. Darüber informierte DAZN die Nutzer per Twitter.



"Wir werden ab heute mit ausgewählten Werbepartnern zusammenarbeiten. Die Koops sind ein Weg, wie wir weiterhin in die besten Inhalte und innovative Technologien investieren können & EUCH (im Original-Text auch groß geschrieben; Anm. der Redaktion) auch in Zukunft den besten Sport zu einem günstigen Preis zu bieten", heißt es in dem Tweet.
Ersten Erklärungen zufolge soll es sich explizit nicht um Unterbrecher-Werbung im Live-Programm handeln. "Keine Sorge, du verpasst auch weiterhin keine Sekunde Live-Sport" antwortete DAZN auf erste Kommentare bei Twitter. Wann genau die Werbung zu sehen sein wird, teilte DAZN nicht mit. Es soll sich laut Twitter-Erklärung um "kurze Clips vor oder hinter dem Content" handeln. Auch welche Unternehmen werben, ist noch nicht bekannt.

Bislang war DAZN - bewusst - komplett werbefrei. 9,99 Euro im Monat, monatlich kündbar: So lautete das Versprechen an die Nutzer, deren Anzahl nach wie vor unbekannt ist. Beide Versprechen bleiben nach wie vor bestehen - die Integration von Werbung dürfte aber bei vielen Nutzern nicht gut ankommen. Werbefreiheit war für nicht wenige DAZN-Abonnenten sicher ein gewichtiges Argument, den Dienst zu abonnieren - abgesehen von dem breiten inhaltlichen Angebot. Dieser Twitter-Kommentar verdeutlicht die Problematik:
Warum also dieser Schritt? Eine Interpretation wäre: Marken wollen dort werben, wo ihre Nutzer sind, und haben Werbemöglichkeiten bei DAZN dementsprechend stark nachgefragt. Ein anderer Gedanke ist: Die Abo-Erlöse reichen nicht aus, um die immensen Rechtekosten zu refinanzieren. Bei DAZN erklärt man offiziell, schon seit einiger Zeit mögliche Wege der Zusammenarbeit mit Marken zu untersuchen. "Als ersten Schritt starten wir ab diesem Wochenende eine kommerzielle Partnerschaft in der DACH-Region rund um Live- bzw. On-Demand-Fußballübertragungen", teilt ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage mit. "Wir sind gespannt zu sehen, wie diese Kooperation läuft und welche Erkenntnisse wir dabei gewinnen."

Und dann folgt der Satz, der in abgewandelter Form auch bereits in dem Tweet an die User zu lesen war. "Solche Partnerschaften sind einer der Wege, wie wir weiterhin in Premium-Inhalte und innovative Technologien investieren können, um den Fans auch in Zukunft den besten Sport zu einem erschwinglichen Preis zu bieten."

Dieser Satz des Statements lässt zumindest darauf schließen, dass die Refinanzierung des Rechteportfolios die entscheidende Überlegung bei diesem Schritt war.

DAZN war im August 2016 in der DACH-Region gestartet. Zu den wichtigsten Rechten des Dienstes hierzulande gehören die Highkight-Berichterstattung der Fußball-Bundesliga sowie die Live-Rechte an den Fußball-Ligen in Spanien, Italien und England. Letzteres muss DAZN allerdings zur kommenden Saison an Sky abtreten. Weitere Rechte hält der Dienst an der Football-Liga NFL und an der Darts-Weltmeisterschaft. ire
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