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Streaming, News und Co

So viele Menschen bezahlen mittlerweile für Digitalinhalte

Ob Streaming-Angebote oder News-Artikel: Weltweit steigt die Bereitschaft, für Internet-Inhalte zu bezahlen. Dem jüngsten Report der Digitalagentur We Are Social und Hootsuite zufolge bezahlen inzwischen zwei Drittel der Internetnutzer für digitalen Content, allen voran die Millennials und GenZler. Bei journalistischen Inhalten nutzen in Deutschland unterdurchschnittlich viele Menschen Paid Content.
von Helena Birkner Montag, 21. September 2020
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74 Prozent der 25- bis 34-Jährigen gaben im Rahmen der Umfrage an, im Juni für Inhalte im Internet bezahlt zu haben. 71 Prozent sind es bei den 16- bis 24-Jährigen. Auch bei den Usern, die älter als 55 sind, greifen mittlerweile 43 Prozent auf Bezahlinhalte zu.


Für alle Altersgruppen summiert ergibt sich, dass global betrachtet zwei von drei Nutzern (67 Prozent) im Juni in kostenpflichtige digitale Inhalte investiert haben, wie der Digitalreport vom Juli 2020 zeigt. China führt das Ranking mit 81 Prozent im internationalen Vergleich an, während Deutschland mit 58 Prozent unter dem globalen Durchschnitt bleibt.
© We Are Social
In regelmäßigen Abständen erheben die Kreativagentur We Are Social und die Social-Media-Management-Plattform Hootsuite die wichtigsten Kennzahlen rund um Digitalisierung, Social Media und Internet. In den entsprechenden Reports zeichnet sich der Trend ab, dass besonders oft für Streaming-Angebote von Filmen und Videos (28 Prozent) sowie Musik (25 Prozent) bezahlt wird. Dass gerade der Lockdown zu Beginn der Corona-Pandemie hierzu beigetragen hat, ist inzwischen allgemein bekannt. Allerdings hat sich diese Entwicklung auch unter dem Einfluss der nun schon seit einigen Monaten geltenden Lockerungen fortgesetzt. So gibt mehr als die Hälfte der Befragten laut dem Digitalreport an, weiterhin mehr Filme und Fernsehsendungen online zu konsumieren als noch zu Beginn dieses Jahres.

Redaktionelle Inhalte bei Millenials gefragt

Die Corona-Krise fördert auch das Interesse der Menschen an qualitativen journalistischen Inhalten, was wiederum die Bereitschaft zum überwinden der Paywall von entsprechenden News und Artikeln erhöht. In Deutschland allerdings bleibt der Wert mit 10 Prozent aller Nutzer, die für redaktionellen Content im Netz bezahlen, vergleichsweise gering - dieser liegt international bei 16 Prozent. Besonders hoch ist er in Norwegen, wo 42 Prozent der Umfrageteilnehmer sagen, dass sie für Nachrichten im Netz bezahlen. Wiederum ist es die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, die mit 22 Prozent am ehesten bereit ist, in digitale journalistische Inhalte zu investieren. "Video- und Audiostreaming tragen maßgeblich dazu bei, dass sich die Kostenlos-Kultur des frühen Internet dem Ende zuneigt. Mittlerweile sind immer mehr Menschen bereit, für attraktive Inhalte zu bezahlen. Je jünger die Zielgruppe, umso höher die Bereitschaft. Der deutsche Markt hinkt im internationalen Vergleich in den meisten Segmenten noch etwas hinterher", sagt Roberto Collazos Garcia, Geschäftsführer We Are Social Deutschland.

"Vielleicht ist die Corona-Pandemie auch ein Beschleuniger für kostenpflichtige Digitalabos journalistischer Angebote, die angesichts weltweit sinkender Werbeausgaben immer stärker auf die finanzielle Unterstützung durch ihre Leser angewiesen sind. Denn gerade in Krisenzeiten hat sich der Wert schneller und seriöser Informationen deutlich gezeigt." Der vollständige Report steht online kostenlos zur Verfügung. hmb
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