Streaming-Dienste

Fast jeder zweite Onliner nutzt Netflix, Amazon Prime und Co

Streaming gehört die Zukunft
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Streaming gehört die Zukunft
Filme, Serien und kurze Videoclips werden in Deutschland immer häufiger gestreamt. Das geht aus einer repräsentativen Bitkom-Umfrage hervor. Danach ist der Anteil der Internetnutzer, die zumindest hin und wieder online Videos streamen, binnen eines Jahres von 76 auf 79 Prozent angestiegen. Profitieren können davon vor allem die großen US-Streamingdienste, die weiter auf dem Vormarsch sind. Aber auch die hiesigen TV-Sender sind noch im Geschäft.

Ganz oben auf der Beliebtheitsskala stehen - kaum verwunderlich - kostenlose Videoportale wie Youtube, Vimeo sowie die Online-Mediatheken der klassischen Fernsehsender. Jeweils zwei Drittel (65 Prozent) der Internetnutzer schauen sich dort kurze Clips, Serien oder Filme an. 



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Streamingdienste, für die Nutzer in Form eines Abos (Netflix) oder einer Mitgliedschaft (Amazon Prime) zahlen müssen oder deren Inhalte zum Teil kostenpflichtig sind (Joyn), sind auch hierzulande inzwischen weit verbreitet. Laut Studie streamen 42 Prozent der befragten Internetnutzer Videos über solche Plattformen.

„Video-Streaming ist eine einzige Erfolgsgeschichte und hat das Sehverhalten der Menschen nachhaltig verändert.“
Sebastian Klöß
Ähnlich viele (40 Prozent) nutzen die Streams linearer Fernsehsender, um das TV-Programm live zu verfolgen. In sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter sehen 28 Prozent der Onliner hin und wieder Videos an. Und jeder Fünfte streamt Sportereignisse auf Portalen wie Sky Ticket, DAZN oder dem Eurosport Player. Von illegalen Streamingdiensten lassen die Deutschen hingegen mehrheitlich die Finger.  Lediglich 5 Prozent der Befragten räumt ein, auch auf solche Angebote zurückzugreifen.


Wer das Streaming für sich entdeckt hat, kann es offenbar nicht mehr lassen. Knapp zwei Drittel der Befragten, nämlich 65 Prozent, nutzen mindestens mehrmals pro Woche Video-Streaming-Dienste, jeder Vierte schaut sogar täglich. 20 Prozent der Befragten sind immerhin mehrmals pro Monat bei Streaming-Angeboten aktiv.

"Video-Streaming ist eine einzige Erfolgsgeschichte und hat das Sehverhalten der Menschen nachhaltig verändert", sagt Bitkom-Experte Sebastian Klöß. Treiber der Entwicklung ist aus seiner Sicht vor allem der Boom mobiler Endgeräte. "Immer mehr Inhalte sind über Mobilgeräte überall und sofort verfügbar – das macht Video-Streaming so beliebt", sagt Klöß. 

Die Zahlen geben ihm recht. Laut der Bitkom-Umfrage ist das Smartphone als Abspielplattform mittlerweile beinahe mit dem Fernseher gleichgezogen. Gut die Hälfte der Video-Streamer (48 Prozent) nutzt häufig oder sehr häufig den Fernseher für Videos, 45 Prozent geben dies für das Smartphone an. 39 Prozent der Befragten lassen Videos häufig bis sehr häufig über den Laptop laufen, ähnlich viele über den Tablet-Computer (38 Prozent). Der stationäre Desktop-PC kommt nur bei einem Viertel (24 Prozent) häufig oder sehr häufig dafür zum Einsatz. Im Gegensatz dazu geben 23 Prozent an, niemals einen Fernseher zum Videostreamen zu nutzen. mas 

Methodik

Für die repräsentative Befragung hat Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom 1.007 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt, darunter 822 Internetnutzer. Die Fragestellungen lauteten: „Welche der folgenden Möglichkeiten nutzen Sie zumindest hin und wieder, um sich Videos per Stream anzuschauen?“, „Wie häufig nutzen Sie Video-Streaming-Dienste im Internet?“ & „Wie häufig nutzen Sie die folgenden Geräte, um Videos zu streamen?

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