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So reagiert DAZN auf die Zwangspause im Profisport

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DAZN hat seine Website an die aktuelle Situation angepasst
© Screenshot DAZN.de
DAZN hat seine Website an die aktuelle Situation angepasst
Während die aktuelle Corona-Pandemie die Nutzung von Streamingdiensten wie Netflix und Prime Video beflügelt, steht DAZN vor einer echten Herausforderung. Der professionelle Sportbetrieb ist weltweit zum Erliegen gekommen, Live-Events finden so gut wie nicht mehr statt. Der Sport-Streamingdienst behilft sich angesichts der Ausnahmesituation unter anderem mit Dokus und Klassikern aus dem Archiv. 
Seit vergangenem Freitag steht fest, dass die Fußball-Bundesliga den Spielbetrieb unterbricht - offiziell zunächst bis zum 2. April, doch schon jetzt ist absehbar, dass die Zwangspause länger dauern wird. Auch nahezu alle anderen großen Sportwettbewerbe und Ligen pausieren derzeit, Groß-Events wie die Fußball-Europameisterschaft wurden abgesagt oder verschoben. Doch die Corona-Krise stellt nicht nur die Ausrichter und Vereine vor riesige Probleme, auch der Sport-Streamingdienst DAZN muss sich nun neu orientieren. 


"Mehr Live-Sport zeigt keiner", heißt es nach wie vor auf der Website des Unternehmens - allerdings gibt es derzeit schlicht und einfach kaum Wettbewerbe, die man übertragen könnte. Eine kalendarische Übersicht zeigt an, welche Events live übertragen werden. Von den großen Fußball-Ligen hält derzeit nur noch der australische Verband seinen Spielbetrieb ohne Zuschauer aufrecht. Für die meisten Tage in der kommenden Woche heißt es daher lapidar: "There are currently no events avilable on this day". 
DAZN geht sein wichtigstes Gut aus: Live-Sport
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DAZN geht sein wichtigstes Gut aus: Live-Sport
Allerdings kommt es DAZN nun zugute, dass das Unternehmen seit einiger Zeit auch verstärkt in eigenen Content zum Beispiel in Form von Dokus investiert. So werden auf der Website und in den Apps von DAZN aktuell Formate wie "Being Mario Götze" oder "The Making of: Neymar" und "The Making of: Cristiano Ronaldo" prominent beworben. 

Dazu kommt die Rubrik "Classic Moments", in der zum Beispiel legendäre Fußballspiele, große Boxkämpfe oder der letzte Auftritt des kürzlich tödlich verunglückten Basketballstars Kobe Bryant gezeigt werden. Weitere Formate sind derzeit in Planung, wie DAZN auf Anfrage mitteilt.


Außerdem versuche man zu klären, wie es weitergeht: "Während der beispiellosen Umstände der Coronavirus-Pandemie stehen wir täglich in Kontakt mit Rechteinhabern und Partnern, um die Auswirkungen des Virus auf unsere Branche, unseren Service und unsere Kunden zu verstehen und zu bewältigen", so ein Sprecher von DAZN. "Sportveranstaltungen standen an vorderster Front der betroffenen Events, die im Zuge der Pandemie abgesagt werden mussten. Nun finden viele Gespräche mit der Regierung, den Gesundheitsbehörden und Sportorganisationen über die sicherste und beste Möglichkeit statt, diese zu einem unbestimmten Zeitpunkt wieder durchführen zu können. Da sich die Situation schnell weiterentwickelt, werden auch wir weiterhin die offiziellen Ratschläge genau befolgen und die Gesundheit und das Wohlbefinden der Fans, Athleten und Mitarbeiter über alles stellen." 

Zu der Frage, ob bereits viele Kunden die Möglichkeit nutzen, ihr Abo angesichts des eingeschränkten Angebots zu kündigen, will sich das Unternehmen indes nicht äußern. DAZN ist monatlich kündbar. dh
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