Sparprogramm

SWMH streicht bis zu 50 Stellen bei der Süddeutschen Zeitung

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Die Zentrale des Süddeutschen Verlags an der Hultschiner Straße in München
© imago images / Christine Roth
Die Zentrale des Süddeutschen Verlags an der Hultschiner Straße in München
Dass auch auf den Süddeutschen Verlag Stellenstreichungen zukommen würden, war seit dem vergangenem Oktober klar - damals kündigte die Südwestdeutsche Medienholding (SWMH) einen Umbau  an, der mit einem Arbeitsplatzabbau im "zweistelligen Bereich" in allen Verlagsbereichen einhergeht. Der Umfang der Stellenstreichungen bei der Süddeutschen Zeitung, immerhin das journalistische Aushängeschild der Mediengruppe, dürfte die Betroffenen dann aber doch überrascht haben: Bis zu 50 Redakteure sollen gehen, etwa ein Zehntel der Redaktion. 
Die Pläne wurden der Redaktion am Dienstag bei einer Redaktionsversammlung mitgeteilt. Die Arbeitsplätze sollen über ein Abfindungsprogramm abgebaut werden. Wer sich bis Mitte Dezember freiwillig meldet, bekommt je nach Betriebszugehörigkeit eine Abfindung in Höhe von bis zu 134.000 Euro, berichtet die taz. Kurzentschlossene, die schon innerhalb der kommenden sechs Wochen ausscheiden, bekommen eine zusätzliche Prämie in Höhe von 30.000 Euro. Die Bedingungen gelten nur für festangestellte Redakteure, die seit mindestens drei Jahren im Verlag sind. 


Betriebsbedingte Kündigungen seien "zurzeit nicht geplant", teilt der Verlag auf Anfrage mit. Der Süddeutsche Verlag hatte in der Coronakrise wie viele andere Verlage auch Kurzarbeit angemeldet. Diese ist aber im August in fast allen Bereichen wieder beendet worden. Einen Zusammenhang mit der Coronokrise gebe es aber nicht, sagt ein Sprecher der SWMH. Das Effizienzprogramm sei bereits vor der Corona-Pandemie geplant gewesen, musste aber verschoben werden. Das Programm solle zur langfristigen wirtschaftlichen Konsolidierung der Zeitung beitragen.  

Der Umbau ist Teil der Zukunftsstrategie der Südwestdeutschen Medienholding. Das Unternehmen will in den beiden kommenden Jahren im Gegenzug 100 Millionen Euro in den Ausbau digitaler Angebote und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stecken. Beim Ausbau der digitalen Angebote konnte der Verlag erst kürzlich erste Erfolge vermelden: In der vergangenen Woche gab der Verlag bekannt, dasss die Süddeutsche Zeitung vorzeitig die Marke von 150.000 Digital-Abos geknackt hat - laut Planung sollte diese Zahl erst Ende des Jahres erreicht werden. dh
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