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Auch Heiko Genzlinger verlässt den Zeitungsvermarkter

Heiko Genzlinger
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Heiko Genzlinger
Die seit ihrer Gründung immer wieder aufkommende Unruhe bei Score Media nimmt kein Ende. Nun hat auch Heiko Genzlinger den nationalen Zeitungsvermarkter verlassen. Genzlinger war zuletzt Sprecher der Geschäftsführung. Die Entscheidung fiel bereits vor vier Wochen.

Die Liste derer, die Score Media verlassen haben, ist ohnehin schon lang. Nach Sales-Chef Christian Zimmer, Verkaufsleiter Sven Holsten und COO Judith Sterl folgt mit Genzlinger der Mann, der Score Media in den vergangenen beiden Jahren aufgebaut hat. Als Gründe für seinen Abgang werden private, persönliche genannt. Die Rede ist allerdings auch davon, dass er in seiner Funktion als Geschäftsführer seine Kompetenzen überschritten habe. Das wird nach HORIZONT-Informationen derzeit geprüft. 



An der Spitze von Score Media verbleibt damit lediglich Carsten Dorn. Er kam erst im August als Geschäftsführer, zuständig für Finanzen, IT, Sales Operations und strategische Agenturbeziehungen. Er gilt als jemand, der administrativ auf Transparenz setzt. Interimistisch hat der frühere Media-Impact-Mann nun zusätzlich Genzlingers Aufgaben übernommen. Unterstützt wird er neuerdings von Andrea Becher, ehemals bei Burdas zentralem Vermarkter BCN Director Media Sales. Ihre zunächst vorübergehende Tätigkeit könnte womöglich zur dauerhaften werden. Entsprechende Gespräche werden mit ihr geführt.  Der neuerliche Abgang im Management kommt inmitten der Planungsphase für 2019 nach einem aus Sicht der Zeitungsvermarktung ohnehin miserablen Geschäftsjahr. Weitere deutliche Rückgänge lässt das Umdenken im Handel, weg von der Zeitung, erwarten. Bisher vermag es Score Media nicht, sich vom negativen Markttrend abzukoppeln. Umso mehr liegt es nun an Dorn, Produkte zu entwickeln, die die regionalen Aussteuerungsmöglichkeiten, die Qualität und das Werbeumfeld von Zeitungen in den Vordergrund rücken. 

Genau das war die Idee, die die angeschlossenen Verlage zur Gründung des gemeinsamen Vermarkters motiviert hat. Entsprechend kritisch beäugten die Gesellschafter die unter Genzlinger stark rabattgetriebene Preispolitik. Insofern mag es begrüßenswert erscheinen, dass Dorn nun anfangen will, Kommunikationslösungen zu erarbeiten, wie der Markt sie braucht. Doch die Zeit drängt, denn zu den sinkenden Werbeeinnahmen, die alle Zeitungsverlage umtreiben, gesellen sich steigende Kosten für die Zustellung und ebenso beim Papiereinkauf – neben notwendigen Investitionen ins Digitale. usi


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