Schickler-Studie

"2025 wird sich die Zustellung von Zeitungsabos in 40 Prozent der Gemeinden nicht mehr lohnen"

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Bereits heute kostet die Zustellung der Tageszeitung in 718 Gemeinden mehr als das Abo einbringt. 2023 trifft dies auf 2438 Gemeinden zu. 2025 wird das Geschäft in 40 Prozent der Gemeinden unrentabel sein.
© BDZV/Schickler
Bereits heute kostet die Zustellung der Tageszeitung in 718 Gemeinden mehr als das Abo einbringt. 2023 trifft dies auf 2438 Gemeinden zu. 2025 wird das Geschäft in 40 Prozent der Gemeinden unrentabel sein.
Ende November beschloss der Bundestag, Verlagen zeitlich begrenzt finanziell unter die Arme zu greifen. Dafür sieht der Haushalt 2020 insgesamt 40 Millionen Euro vor. Das Geld soll in die Zustellung gedruckter Abozeitungen und Anzeigenblätter fließen. Zu wenig, sagt der BDZV. Um die Dringlichkeit zu untermauern, gab der Verlegerverband eine Schickler-Studie in Auftrag.
Das Ergebnis der Studie ist eindrücklich. Die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit gedruckten tagesaktuellen Informationen ist demnach gefährdet. Schon heute rentiere sich in zahlreichen Gemeinden die Zustellung von Zeitungsabos nicht mehr, stellt die Unternehmensberatung Schickler fest.

Noch gelinge den Verlagen die Quersubventionierung. Nachrichtenwüsten könnten sich jedoch ausbreiten. Schickler prophezeit: Schon in fünf Jahren wäre die Abo-Zustellung der gedruckten Zeitung in 4400 Gemeinden betriebswirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Das entspricht rund 40 Prozent aller deutschen Gemeinden.

© BDZV/Schickler
Kritiker könnten nun anmerken: Wäre das schlimm? Es informieren sich ohnehin immer mehr Menschen online, und die Digital-Erlöse steigen. Tatsächlich entscheidet sich die Finanzierbarkeit von Journalismus sicherlich nicht dadurch, dass Verlage mit aller Gewalt am Überleben des veralteten Trägermediums Papier festhalten.

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