Schickler-Chef Rolf-Dieter Lafrenz

Der Mann, der weiß, was Zeitungsabonnenten wollen

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Rolf-Dieter Lafrenz ist Chef der Unternehmensberatung Schickler
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Rolf-Dieter Lafrenz ist Chef der Unternehmensberatung Schickler
Zeitungen sollten aufhören zu glauben, mit ein und demselben Produkt alle Leser erreichen zu können, sagt Rolf-Dieter Lafrenz, geschäftsführender Gesellschafter von Schickler. Der Unternehmensberater setzt auf personalisierte Zeitungen und arbeitet derzeit mit der dpa und fünf Regionalverlagen an einem Pilotprojekt, das zeigen soll, wie das gehen könnte.
Herr Lafrenz, Zeitungsverlage haben in den vergangenen Monaten einmal mehr gelernt, wie wichtig digitale Vertriebserlöse sind. Würden Sie sagen, dass Paid Content definitiv das Geschäftsmodell der Zukunft ist? Ja, davon bin ich fest überzeugt. Zum einen, weil es immer einen Bedarf an gehaltvoller Information geben wird, zum anderen, weil durch die zunehmende Zahl der Pay-Schranken das Ende der Gratiskultur eingeläutet ist. Die Leser merken, dass es schwieriger wird, kostenlos an wirklich gute Inhalte zu gelangen. Das erhöht die Abo-Abschlüsse. Man sieht in Skandinavien, wie gut das funktioniert.

Sie glauben, was in Skandinavien funktioniert, wird in Deutschland ebenfalls funktionieren? Mit drei, vier Jahren Verzögerung, ja. Vor allem, wenn es die Zeitungen schaffen, ihre Bezahlangebote stärker zu personalisieren und auf die tatsächlichen Nutzungsbedürfnisse zuzuschneiden. Wenn die Leser schnell und einfach genau das finden, was sie interessiert und was sie brauchen, dann sind sie auch bereit zu zahlen.

Katrin Tischer BDZV
© BDZV
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Nach welchen Kriterien sollte personalisiert werden? Demografische Zielgruppen-Schablonen seien von gestern, sagte Andreas Wrede neulich im Interview mit HORIZONT. Hat er recht? Absolut. Die Zielgruppe 14-49 stammt aus der Steinzeit der Markt- und Konsumforschung.

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