Scheckbuch-Diplomatie

Wie sich Google Sympathien erkauft

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© Illustration: Kwennie Cheng
Der US-Konzern hat sich zum weltgrößten Förderer von Medienunternehmen gemausert. Nutznießer sind vor allem deutsche Verlage. Wer von ihnen erhält wofür wie viel Geld? Antworten liefert „Medienmäzen Google“. So heißt die jüngste Studie der Otto-Brenner-Stiftung und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Darin gehen die Autoren Ingo Dachwitz und Alexander Fanta auch der Frage nach, wie der Datenkonzern den Journalismus umgarnt.

Diese Studie kommt zur rechten Zeit. Nicht ohne Grund ist Google in der aktuellen Ausgabe von HORIZONT mit gleich zwei Beiträgen ein Schwerpunktthema (s. hier und hier). Da wäre zum einen der Referentenentwurf für ein neues Urheberrecht, zu dem noch bis zum 6. November Stellung genommen werden kann, und da wäre zum anderen der Start des neuen Google-Angebots News Showcase. Auch hier geht es, wieder einmal, um Geld, das der Tech-Konzern in einem ersten Schritt 20 von ihm ausgewählten deutschen Verlagen zukommen lässt; weitere Häuser sollen folgen. Der Anlass für die am heutigen Montag von der Otto-Brenner-Stiftung (OBS) und dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) veröffentlichte Studie liegt jedoch drei Jahre zurück.

Ko-Autor Alexander Fanta verbringt 2017 ein halbes Jahr am Reuters Institute for the Study of Journalism der Universität Oxford. Für seinen jährlichen Digital News Report erhielt das Institut – auch das ist in der Studie zu erfahren – seit August 2015 insgesamt 8,47 Millionen Pfund von Google; die Vereinbarung wurde gerade wieder verlängert. Fanta hospitiert darüber hinaus, im Herbst 2017, in der Abteilung für digitale Produktentwicklung der NZZ. Finanziert hat beide Aufenthalte Google im Rahmen seiner Fellowships. „Was hat Google davon?“ Das war der Ausgangspunkt für eine Recherche, die Fanta mit seinem Ko-Autoren Ingo Dachwitz zunächst 2018 bei netzpolitik.org und in englischer Sprache bei der European Journalism Observatory veröffentlichen.

In ihrer nun vorgelegten OBS-Studie untersuchen die beiden, wie Google sein Geld in der Medienbranche verteilt und in wessen Projekte wie viel fließt - und außerdem, welche Gefahren von diesen Verflechtungen auf die Unabhängigkeit der Medien, ihre Journalisten und Verlage ausgehen.

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