Sales-Chef Sven Bieber im Interview

Wie Spotify das Radio herausfordert und mit Podcasts profitabel werden will

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Sven Bieber ist Head of Ad Sales Germany bei Spotify
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Sven Bieber ist Head of Ad Sales Germany bei Spotify
Spotify, der schwedische Streaming-Riese, bekam die Covid-19-Krise im Werbegeschäft zu spüren, gibt sich aber weiter angriffslustig. Der Tech-Konzern will mit der datenbasierten Vermarktung seiner Original- und Exclusive-Podcasts in neue Dimensionen vorstoßen. Zur MA Audio hat Sven Bieber, Head of Ad Sales Germany, ein ambivalentes Verhältnis, wie er im HORIZONT-Interview verrät. Einerseits zweifelt er an ihrer Methodik, andererseits braucht er sie, um sich mit den rivalisierenden Radioanbietern zu messen und den Wünschen der Agenturen zu entsprechen.
Herr Bieber, im April sprachen Sie angesichts von Covid-19 davon, dass Spotify "kein Profiteur der aktuellen Situation" sei . Tatsächlich brachen dann Ihre weltweiten Werbeeinnahmen im 2. Quartal trotz wachsender Nutzerzahlen um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Ist die Lage in der Werbevermarktung jetzt immer noch so mies? Die Covid-19-Krise hat den gesamten Werbemarkt zumindest zeitweise getroffen. Dem konnten auch wir uns nicht vollständig entziehen. In unserem Earnings Report für das 2. Quartal 2020 haben wir aber auch vermeldet, dass in der Vermarktung sowohl unsere Self-Service-Werbeplattform Spotify Ad Studio als auch unsere Podcasts ein zweistelliges Wachstum verzeichnen und die Prognosen sogar übertreffen konnten. Auch bei unserer datenbasierten Technologie Streaming Ad Insertion (SAI) konnten wir in den USA im 2. Quartal weiterhin einen positiven Anstieg beobachten.

In Ihrer Auflistung der erfreulichen Ausnahmen fehlt das Werbegeschäft in Deutschland. Wie stark hat es im 2. Quartal und seither gelitten? Wir kommunizieren keine lokalen Zahlen, konnten aber bislang unsere gesteckten Umsatzziele auch im Kalenderjahr 2020 erreichen. Dabei verzeichnen wir neben der Podcast-Vermarktung auch bei Programmatic sehr gute Ergebnisse.

In der Phase des coronabedingten Lockdowns hat Spotify wochentags eine ähnlich hohe Nutzung wie am Wochenende verzeichnet. Wie ist es jetzt, wo sich der Alltag wieder normalisiert hat? Während der Anfänge der Covid-19-Pandemie und des Lockdowns gab es deutschlandweit unter der Woche einen deutlichen Rückgang der In-Car-Streams und im Zuge dessen einen signifikanten Anstieg der At-Home-Streams.

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