Russland 2018

Die WM ist vorbei, diese Twitter-Daten bleiben

Die Fußball-WM 2018 ist Geschichte
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Die Fußball-WM 2018 ist Geschichte
Twitter ist für Fußballfans aufgrund der Echtzeit-Komponente ein äußerst beliebter Kanal, um sich über das WM-Geschehen auszutauschen. Diese Momente und Marken haben bei der WM 2018 auf der Plattfom für besonders viel Furore gesorgt.
Offiziellen Twitter-Daten zufolge erzielten die Tweets der Community zur WM während des Turniers insgesamt rund 115 Milliarden Impressions. Die meisten Tweets wurden abgesetzt, als Frankreichs Jungstar Kylian Mbappé im Finale gegen Kroatien das 4:1 erzielte und damit das Finale entschied. Auf Platz zwei folgt der Treffer des Brasilianers Philippe Coutinho, mit dem er Brasilien gegen Costa Rica in Führung brachte. Platz drei geht an den Abpfiff der Partie Deutschland gegen Südkorea und das damit besiegelte Ausscheiden des Titelverteidigers.

Aus deutscher Sicht wurde letztgenannter Moment am häufigsten besprochen, wie Brandwatch analysiert hat. Das auf Social-Media-Analyse spezialisierte Unternehmen hat zwischen dem 14. Juni und 15. Juli 2018 fast 1,5 Millionen deutschsprachige Tweets ausgewertet. Während der drei deutschen Vorrundenspiele gab es demnach bis zu 200.000 Tweets pro Spiel. Dieser Buzz flachte nach dem Ausscheiden der DFB-Elf im weiteren Turnierverlauf drastisch ab. Am Finaltag konnten immerhin noch knapp 62.000 Tweets gemessen werden.
Die aus deutscher Sicht auf Twitter meistdiskutierten Themen der WM
Die aus deutscher Sicht auf Twitter meistdiskutierten Themen der WM (© Brandwatch)
Unter den Spielern war Brasiliens Neymar die meistdiskutierte Person auf Twitter. Das dürfte zum Einen daran gelegen haben, dass er mit seinen theatralischen Einlagen auch jede Menge Diskussionsstoff lieferte. Zum anderen jedoch waren die Nutzer aus Neymars Heimat generell die fleißigsten Twitterer während des Turniers. An Nummer zwei des Spielrrankings liegt Altmeister Lionel Messi, Social-Media-König Cristiano Ronaldo folgt auf Rang drei. Beide hätten sicher besser abgeschnitten, wenn sie nicht jeweils im Achtelfinale gescheitert wären.



Bei den deutschen Twitter-Nutzern war Mesut Özil der meistgenannte Spieler. Hier dürfte sich die Diskussion um Özils unglücklichen Foto-Termin mit dem türkischen Präsidenten Erdogan kurz vor dem Turnier spiegeln, die sich schließlich in eine veritable Integrations- und Rassismus-Debatte wandelte.

Budweiser stärkste Marke, Adidas schlägt Nike

Bei den meistgenannten Marken setzte sich Budweiser an die Spitze. Der Fifa-Partner gab sich allerdings auch jede Mühe, sein Sponsoring kreativ zu aktivieren. So gestaltete der Bierbrauer nicht nur ein Hotel im Herzen Moskaus im eigenen Corporate Design um. Außerdem ließ Budweiser ein speziell gebrandetes Boot über die Moskva in der russischen Hauptstadt schippern. Außerdem sponserte die Marke den Man-of-the-Match-Award bei der WM und arbeitete mit Influencern zusammen. Verantwortliche Agentur für die Maßnahmen war Octagon.
Den zweiten Platz der meistgenannten Marken sicherte sich Adidas. Der Sportartikler, ebenfalls Sponsor der Fifa, hat nichts das beste Turnier hinter sich. Von den zwölf Teams, die Adidas bei der WM ausstattete, kam nur Belgien unter die ersten vier. Im Finale war zum ersten Mal seit 24 Jahren gar keine Adidas-Mannschaft vertreten.


Viel besser lief es für Nike. Der Adidas-Konkurrent stattet nicht nur die beiden Finalteilnehmer Frankreich und Kroatien aus, sondern auch das Team des Torschützenkönigs Harry Kane aus England, das es am Ende auf Platz vier schaffte. Nike begleitete das Turnier mit einer Kampagne, die Unternehmensangaben zufolge mehr als 100 Millionen Views generierte. Dass es die Marke mit dem Swoosh auf Rang vier der meistgenannten Marken auf Twitter bringt, ist also ein Achtungserfolg.

Allerdings ist der Hebel eines Fifa-Sponsorings noch deutlich größer. Das zeigt nicht nur die Tatsache, dass sich mit Coca-Cola ein weiterer offizieller Geldgeber des Fußball-Weltverbands zwischen Adidas und Nike geschoben hat. Auch die Brandwatch-Analyse legt dies nahe. Das Unternehmen hat untersucht, welche Logos häufiger in der WM-Konversation auf Twitter und Instagram erschienen. Adidas kam im Turnierzeitraum auf 112.900 Erwähungen, Nike lediglich auf 24.900.
Das Adidas-Logo war auf Twitter und Instagram wesentlich häufiger zu sehen als das von Nike
Das Adidas-Logo war auf Twitter und Instagram wesentlich häufiger zu sehen als das von Nike (© Brandwatch)
Das Fazit der Autoren: "Wenn man betrachtet, dass Adidas damit mühelos seinen Konkurrenten Nike übertroffen hat, scheint das Budget gut angelegt gewesen." ire

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