Rubrikengeschäft

Axel Springer stockt Anteil an Purplebricks deutlich auf

Das Axel-Springer-Haus in Berlin
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Das Axel-Springer-Haus in Berlin
Während im Hintergrund die Gespräche mit dem US-Finanzinvestor KKR über eine Beteiligung an dem Medienkonzern laufen, arbeitet Axel Springer weiter mit Hochdruck am Ausbau seines wachstumsrelevanten Digitalgeschäfts. Im Zentrum steht einmal mehr der Geschäftsbereich Classifieds Media - genauer gesagt die britische Immobilienplattform Purplebricks, bei der Springer im Frühjahr 2018 eingestiegen war. Jetzt nimmt Springer ordentlich Geld in die Hand, um seinen Anteil an dem Unternehmen weiter aufzustocken.
Eigenen Angaben zufolge erhöht Axel Springer seinen Anteil an Purplebricks von zuletzt rund 12,4 Prozent auf rund 26,6 Prozent. Dafür greift der Medienkonzern tief in die Tasche. Im Zuge der Transaktion sollen 43,7 Millionen Aktien von Purplebricks zu einem Preis von einem Pfund je Aktie von verschiedenen Gründungsgesellschaftern erworben werden. Das Investment von Axel Springer beläuft sich nach aktuellem Wechselkurs damit auf rund 49 Millionen Euro. 


Begründet wird das Investment mit dem "großen Potenzial" der 2014 gestarteten Plattform, auf der Immobilienbesitzer ihre Häuser und Wohnungen verkaufen können. Purplebricks, das laut Unternehmensangaben zur führenden britischen Hybrid-Makler-Plattform aufgestiegen ist, habe im Heimatmarkt Großbritannien zuletzt sowohl beim Umsatz überzeugt als auch ein profitables Wachstum hingelegt. Eine Aussage, die durch den letzten Halbjahresbericht gestützt wird. Demzufolge hat Purplebricks seinen Umsatz allein in Großbritannien um 39 Prozent von 35 auf 48 Millionen Pfund gesteigert. Das Unternehmen betreibt zudem den führenden Hybrid-Makler in Kanada und ist selektiv auch in den USA tätig, wo laut Springer weitere Expansionsmöglichkeiten geprüft werden. Gruppenweit kletterte der Umsatz sogar um 75 Prozent. 

Purplebricks ist nicht die einzige Rubrikenplattform, in die Springer in diesem Jahr investiert hat. Zum Jahresbeginn hatte das Tochterunternehmen StepStone mit Studydrive die führende Digital-Plattform für Studierende in Europa übernommen. Im März folgte die Akquisition der PersonalMarkt Services GmbH (PMSG), einem der größten Vergütungsanalysten Deutschlands.


Dass Springer in das Rubrikengeschäft investiert, ist kein Wunder, gehört das auch als Classifieds Media bekannte Segment doch seit Jahren zu den Wachstumstreibern im Konzern. Der Umsatz des Geschäftsbereichs, in dem Springer unter anderem Portale wie Immowelt.de, Immonet.de, Stepstone und Seloger.com bündelt, war im 1. Quartal 2019 
um satte 8,5 Prozent auf 314,8 Millionen Euro gestiegen. Auch das bereinigte EBITDA verbesserte sich trotz negativer Konsolidierungseffekte leicht um 0,5 Prozent auf 113,2 Millionen Euro. mas
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