RTL-Chefin

Anke Schäferkordt fordert engeres Korsett für ARD und ZDF

Anke Schäferkordt auf den Screenforce Days 2018
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Anke Schäferkordt auf den Screenforce Days 2018
RTL-Chefin Anke Schäferkordt geht im Interview mit der "Berliner Morgenpost" hart mit der deutschen Medienpolitik ins Gericht. Sie sei "maßlos enttäuscht". Es gebe offenbar "keine Bereitschaft, den Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen angemessen neu zu definieren".
Die privaten Fernsehsender müssten sich zwischen zwei starken Polen behaupten: Den großen US-Medienkonzernen auf der einen und den durch den Rundfunkbeitrag finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auf der anderen Seite. Nach Meinung der RTL-Geschäftsführerin sollte die Politik daher Rahmenbedingungen schaffen, "die es ermöglichen, dass auch in Zukunft eine Vielfalt privater audiovisueller Anbieter überleben kann". Der Umfang des Gesamtangebots und der Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen müsse überprüft und so definiert werden, dass er "auf seinen ursprünglichen Kern zurückgeführt wird", fordert Schäferkordt. Im Fokus sollten Information, Bildung und Kultur stehen.

Die TV-Managerin stört vor allem, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in immer mehr Gebiete vorgedrungen sei, "in denen die Privaten zu Hause sind", wie zum Beispiel Quizshows oder bestimmte fiktionale Unterhaltung. So gebe es mittlerweile kaum einen Abend, an dem es keinen öffentlich-rechtlichen Krimi gebe. Geradezu absurd sei es zudem, dass ARD und ZDF auch Inhalte für Plattformen wie Facebook und Google produzieren: "So werden Internetriesen mit Beitragsgeldern gestärkt." Auch die Tatsache, dass ARD und ZDF Lizenzproduktionen 30 Tage lang in ihren Mediatheken zeigen dürfen, ist Schäferkordt ein Dorn im Auge: "Das raubt uns die Möglichkeit, ein Geschäftsmodell mit Bezahlinhalten aufzubauen."  Um die Zukunft des Privatfernsehens macht sich Schäferkordt gleichwohl keine Sorgen: Im Vergleich zu anderen Medien spiele das Fernsehen immer noch "in einer eigenen Liga". Um den großen Streamingdiensten wie Netflix und Amazon Prime Video Paroli zu bieten, investiert RTL derzeit stark in seine Online-Plattform TV Now. Mit dieser wolle man "die Nummer eins der lokalen Angebote sein". Den gleichen Anspruch haben auch Pro Sieben Sat 1 Media und Discovery formuliert, die derzeit eine gemeinsame Streaming-Plattform für den deutschen Markt aufbauendh


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