Reinhold Beckmann zu Matusseks Geburstagsparty

"Ich hätte dort nicht hingehen sollen"

Reinhold Beckmann sang Matthias Matussek ein Ständchen
© Matthias Matussek/Facebook
Reinhold Beckmann sang Matthias Matussek ein Ständchen
Matthias Matussek hat am Samstag seinen 65. Geburtstag gefeiert. Unter den Gästen des früheren Spiegel- und Welt-Autors befanden sich neben alten Weggefährten und Kollegen auch Rechtsradikale. Die fragwürdige Gesellschaft bringt nun andere Gäste - darunter zahlreiche namhafte Journalisten - in Erklärungsnot. Reinhold Beckmann, der dem Geburtstagskind bei der Feier ein Ständchen sang, hat sich mittlerweile von seiner Teilnahme an der Party distanziert: "Ich hätte dort nicht hingehen sollen". 
Matussek, einst Feuilleton-Chef des Spiegel und Kolumnist der Welt, hat in den vergangenen Jahren durch zunehmend konservative bis radikale Positionen von sich reden gemacht. Er selbst beschreibt sich mittlerweile selbstironisch als "Frauenfeind, Nationalist, Dunkelkatholik". Der Gesinnungswandel des einst linken Vorzeigejournalisten spiegelte sich auch in der Gästeliste seiner Geburtstagsfeier wider: Auf Fotos der Party sind unter anderem die mittlerweile der AfD nahestehende ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach, Dieter Stein, Chef der Jungen Freiheit und Mario Müller, Mitglied der rechtsradikalen "Identitären Bewegung" zu sehen. 


Diese Gesellschaft bringt nun andere Gäste in Erklärungsnot. Laut Bild-Zeitung waren auch namhafte Journalisten beispielsweise von Spiegel, Stern, Bild und Zeit Online unter den Gästen. Der ehemalige ARD-Talker Reinhold Beckmann sang dem Jubilar sogar ein Ständchen. Beckmann selbst hat sich mittlerweile von seinem Auftritt auf der Feier distanziert.
Auf Facebook schreibt Beckmann: "Ich habe lange überlegt, dann beschlossen meinen Gitarrenkoffer zu nehmen und ihm mein vergiftetes Geschenk mitzubringen, meine Version des Bob Dylan-Klassikers 'Things have changed'." Ihm sei allerdings nicht ganz klar gewesen, in welcher Gesellschaft er da tatsächlich seinen Geburtstag feiern würde. "Klar, ich hätte es mir denken können. Ich muss zugeben, ich habe mich da verlaufen, ich hätte dort nicht hingehen sollen. Wir kannten uns ja lange und ich erkannte ihn nicht mehr wieder. Es ist einfach nichts mehr da vom alten Matussek, kaum noch alte Freunde, dafür viele neue rechte Gesinnungskumpel. Wie bitter." 

Auch in den sozialen Medien schlug die Party Wellen. Bei Twitter setzte sich Jan Böhmermann an die Spitze der Kritiker und zielte dabei vor allem auf die Teilnahme diverser Spiegel-Redakteure ab. Außerdem schickte er gleich eine ganze Reihe von Fragen hinterher - unter anderem, wie die Chefredaktion des Spiegel die Teilnahme seiner Redakteure an der Feier bewerte.


Update: Der Spiegel hat sich mittlerweile per Twitter zu Wort gemeldet: Die Einladung zur Geburtstagsfeier von Matthias Matussek an einzelne Kollegen sei "privater Natur" gewesen und der Chefredaktion deshalb nicht bekannt. Selbstverständlich distanziere sich der Spiegel und seine MitarbeiterInnen ausdrücklich von rechtsextremen Gesinnungen. Die Zeit teilte mit, dass man sich z
um Freizeitverhalten von freien Autoren nicht äußere. Zu den Gästen der Party gehörte auch ein Mitarbeiter von Zeit Online. dh

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