+Reformdiskussion

Deshalb trifft der Fall Schlesinger die Öffentlich-Rechtlichen zur Unzeit

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Der Rücktritt Patricia Schlesingers von ihrem Intendanten-Posten beim RBB und dem ARD-Vorsitz dürfte die Diskussion um einen Reformbedarf des öffentlich-rechtlichen Rundfunks neu entfachen
© IMAGO / POP-EYE
Der Rücktritt Patricia Schlesingers von ihrem Intendanten-Posten beim RBB und dem ARD-Vorsitz dürfte die Diskussion um einen Reformbedarf des öffentlich-rechtlichen Rundfunks neu entfachen
Nach dem Skandal um Patricia Schlesinger steht die ARD im Sommer 2022 vor einem Scherbenhaufen. Die Splitter treffen aber auch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als Ganzes, der hierzulande sowieso gerade vor einer umfassenden Reform steht. Andere Länder könnten dafür als Beispiel dienen.

Zunächst zur ARD: Natürlich ist es vor allem Schlesinger selbst, die persönlich einige wirklich schlechte Entscheidungen getroffen hat (siehe dazu auch den Kommentar von Uwe Vorkötter). Darauf aufbauend hat sie anschließend, nachdem die Presse ein mutmaßliches Vergehen nach dem anderen aufgedeckt hat, nahezu jedes Fingerspitzengefühl für den Umgang damit vermissen lassen, das einer Intendantin des Öffentlich-Rechtlichen angemessenen gewesen wäre. Wer die gesellschaftliche Bedeutung seines Arbeitgebers qua Position vor sich her trägt und immer wieder in öffentliche Debatten einstreut, wie unverzichtbar ARD und ZDF für Kultur und Bildung sind, der darf in diesen Bereichen nicht scheitern, auch nicht menschlich. Die Frage, ob Schlesinger schlecht beraten wurde oder ob sie für kommunikative Beratung nicht zugänglich war, muss jedoch ebenfalls Bestandteil der internen Aufarbeitung in ARD und RBB sein.


Das führt direkt zum nächsten Fragezeichen: der fehlenden Kontrolle.

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