Ranglisten

Wie Zitate-Rankings den Journalismus beeinflussen

Einige Redaktionen betreiben die Jagd nach Zitaten besonders exzessiv
© Fotolia / Gina Sanders
Einige Redaktionen betreiben die Jagd nach Zitaten besonders exzessiv
Zitiert zu werden, kann Ausdruck von Qualität, Relevanz und investigativer Kraft redaktioneller Arbeit sein - muss es aber nicht. Es hat auch viel damit tun, was eine Redaktion alles unternimmt, um in den Rankings möglichst vorn zu liegen.

Anfang Juli war es mal wieder so weit. Media Tenor und Pressrelations veröffentlichten ihre Rankings der in Deutschland meistzitierten Medien. Beim Institut Media Tenor, das nur Print und dort auch nur Politik- und Wirtschaftsseiten auswertet, gewann der Spiegel deutlich vor Bild und New York Times; im Regio-Ranking von Pressrelations siegte die Funke Zentralredaktion knapp vor Madsacks Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Funke nahm das zum Anlass für eine Pressemitteilung: "Im 1. Halbjahr 2019 ist die Berliner Zentralredaktion der Funke Mediengruppe mit exklusiven überregionalen Inhalten häufiger von anderen Medien zitiert worden als jede andere Regionalzeitungsredaktion in Deutschland." Der erste Platz scheint für Funke Ausweis journalistischer Qualität zu sein. Auch in der kurz darauf erscheinenden Stellenanzeige für den Posten des stellvertretenden Chefredakteurs in der Zentralredaktion verweist Funke auf das Ranking, verbunden mit dem Appell: "Werden Sie Teil dieses Erfolgs."

Im ersten Halbjahr schaffte es Funke auf Platz 1 vor dem RND
© dfv
Im ersten Halbjahr schaffte es Funke auf Platz 1 vor dem RND
Was dem Ranking keiner ansieht: Seiner Veröffentlichung gingen hektische Telefonate voraus, wieder einmal.

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