Radiovermarktung

AS&S weist DAB+-Kombi ab - droht nun ein Rechtsstreit?

Bietet AS&S-Geschäftsführer Oliver Adrian der DAB+ Kombi nur "Scheinalternativen" an?
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Bietet AS&S-Geschäftsführer Oliver Adrian der DAB+ Kombi nur "Scheinalternativen" an?
Die Bemühungen der DAB+ Radiokombi Deutschland um einen besseren Zugang zum nationalen Werbemarkt erleiden einen Rückschlag. Der bundesweite Vermarkter AS&S Radio will das Angebot nicht in seine Deutschlandkombi aufnehmen. Nun könnte ein Rechtsstreit drohen.

AS&S Radio hat einen entsprechenden Antrag nun abgelehnt, weil die DAB+-Kombi nicht den Aufnahmekriterien von AS&S Radio entspreche. Das Angebot stelle „keinen ausreichenden wirtschaftlichen Mehrwert“ dar, da man mit ihm weder höhere Preise noch deutlich mehr Reichweite realisieren könne, teilt AS&S-Geschäftsführer Oliver Adrian mit. Für ihn handelt es sich zudem um ein Angebot, das mit seiner geografischen Reichweitenverteilung und der inhaltlichen Ausrichtung der Sender „vollkommen inhomogen“ sei: „Dafür gibt es im nationalen Werbemarkt keine relevante Nachfrage.“



Zur DAB+-Kombi gehören etwa die bundesweiten Angebote Radio Schlagerparadies, Absolut Relax (Soft Pop) und das Berliner Programm Lulu.fm für die schwul-lesbische Community. Laut MA erreicht die Kombi 204.000 Hörer pro Stunde (Mo-Fr), gegenüber 10,7 Millionen der AS&S-Deutschlandkombi.

Die Absage der AS&S ist brisant, weil der Vermarkter – ebenso wie RMS – marktbeherrschend bei Radiowerbung ist. RMS hatte die DAB+-Kombi bereits 2018 abgewiesen, da deren Zielgruppenindex bei den 14- bis 49-Jährigen zu gering war. Derzeit wird das Angebot von Studio Gong betreut. Adrian bietet der DAB+-Kombi alternativ an, sie ohne Anbindung an die Deutschlandkombi zu vermarkten und den Einzelsender Radio Schlagerparadies in die Deutschlandkombi 40+ zu integrieren.


Das lehnen die DAB+-Kombimitglieder ab: „Die Vorschläge sind am Rande der Lächerlichkeit. Wir erwägen deshalb eine rechtliche Auseinandersetzung mit AS&S um deren Aufnahmekriterien“, erklärt Ulrich Hürter, Gesellschafter von Radio Schlagerparadies. Die Deutschlandkombi 40+ sei eine „Scheinkombi“, die faktisch nicht gebucht werde. Zudem stört ihn, dass AS&S für die DAB+-Kombi keinen Forecast abgeben wolle. gui

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