Quartalsbilanz

So belastet die Corona-Werbekrise die RTL Group

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Zentrale der RTL Group in Luxemburg
© RTL Group
Zentrale der RTL Group in Luxemburg
Die Corona-Krise hinterlässt erwartungsgemäß auch bei den TV-Konzernen ihre Spuren. So hat die  RTL Group im ersten Quartal wegen schwacher Werbeeinnahmen infolge der Pandemie Federn lassen müssen. Nach eigenen Angaben setzte die Bertelsmann-Tochter in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 1,46 Milliarden Euro um - gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Minus von 3,4 Prozent.
Begründet wird der Umsatzrückgang vor allem mit dem Coronavirus. Infolge der Pandemie seien die TV-Werbeerlöse geringer ausgefallen, heißt es. "Anfang März haben wir erste Stornierungen von Werbebuchungen sowie Verschiebungen von Produktionen registriert. Dieser Trend hat sich mit der Einführung weitreichender Lockdown-Maßnahmen in ganz Europa im März beschleunigt", sagt Bertelsmann-Chef Thomas Rabe, der seit 2019 auch CEO der RTL Group ist. Inzwischen mache der Konzern "gute Fortschritte bei der Umsetzung von Gegenmaßnahmen zur Kostensenkung und Liquiditätserhaltung", so Rabe weiter.


„Anfang März haben wir erste Stornierungen von Werbebuchungen sowie Verschiebungen von Produktionen registriert. Dieser Trend hat sich mit der Einführung weitreichender Lockdown-Maßnahmen in ganz Europa im März beschleunigt.“
Thomas Rabe
Thomas Rabe
© Bertelsmann
Thomas Rabe
In der Bilanz für das erste Quartal, bei der das Unternehmen seit 2019 nur noch Umsatzzahlen, aber kein Ergebnis mehr veröffentlicht, hat die Corona-Krise allerdings deutliche Spuren hinterlassen.

Vor allem das Broadcast-Sparte, in der die RTL Group das TV- und Radiogeschäft der Mediengruppe RTL Deutschland, der Groupe M6, sowie der RTL-Sender in den Niederlanden, Belgien, Ungarn, Kroatien und Luxembourg zusammenfasst, hat gelitten. Hier gingen die Umsätze um 4,8 Prozent auf 1,03 Milliarden Euro zurück. In der Content-Sparte mit der Tochter Freemantle gingen die Umsätze um 1,3 Prozent auf 378 Millionen Euro zurück. Immerhin im Digitalgeschäft ging es aufwärts. Hier steigerte die RTL Group ihre Umsätze um 5,9 Prozent auf 233 Millionen Euro. Dazu trugen vor allem die Töchter BBTV, Divimove und SpotX bei, die ihren Umsatz um 3 Prozent auf 103 Millionen Euro steigerten. Auch die Streaming-Dienste TV Now and Videoland konnten ihre Umsätze um 19,4 Prozent auf 37 Millionen Euro steigern.


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CEO Thomas Rabe will trotz der 
wirtschaftlichen Unsicherheit an der Strategie der RTL Group nicht rütteln. Ziel sei es, bis 2025 mit den Streaming-Diensten TV Now in Deutschland und Videoland in den Niederlanden 5 bis 7 Millionen zahlende Abonnenten zu erreichen, die Streaming-Einnahmen auf mindestens 500 Millionen Euro zu steigern und die Gewinnschwelle zu erreichen.

Auch beim RTL-Mutterkonzern Bertelsmann macht sich die Corona-Krise in der Bilanz bemerkbar. So ging der Umsatz in den ersten drei Monaten um 2,7 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zurück. Organisch ging der Konzernumsatz um 2,1 Prozent zurück. Vor allem in den werbefinanzierten Geschäften hätten sich die Corona-Effekte ausgewirkt, heißt es. Dagegen hätten sich BMG, die Arvato-Dienstleistungsgeschäfte und die Bildungsgeschäfte positiv entwickelt. mas
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