Quartalsbericht

Alphabet lüftet Geheimnis und legt Youtube-Zahlen offen

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Vorstandschef Sundar Pichai macht Alphabet ein bisschen transparenter
© Google
Vorstandschef Sundar Pichai macht Alphabet ein bisschen transparenter
Beim ersten Quartalsbericht unter dem neuen Vorstandschef Sundar Pichai legte die Google-Mutter Alphabet erstmals konkrete Zahlen zur Geschäftsentwicklung der Online-Videoplattform Youtube sowie der boomenden Cloud-Sparte vor und lüftet damit ein großes Geheimnis. An der Börse kommt der Quartalsbericht aber schlecht an – das Werbegeschäft der Tochter Google hat zum Jahresende schlechter abgeschnitten als erwartet.
"Ich bin sehr zufrieden mit unseren anhaltenden Fortschritten im Suchmaschinengeschäft und beim Aufbau zweier unserer neueren Wachstumsbereiche", verkündete Pichai mit Blick auf Youtube und die Cloud-Services mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet. Youtube brachte dem Alphabet-Konzern im vergangenen Jahr bereits Werbeerlöse von gut 15 Milliarden Dollar (13,5 Milliarden Euro) ein, gut 9 Prozent des Gesamtumsatzes von 162 Milliarden Dollar. Damit hat Youtube seinen Werbeumsatz innerhalb von zwei Jahren fast verdoppelt, 2017 standen noch 8,1 Milliarden Dollar in der Bilanz, wie turi2.de ergänzend berichtet. Noch nicht eingerechnet seien Youtubes Bezahl-Angebote.


„Ich bin sehr zufrieden mit unseren anhaltenden Fortschritten im Suchmaschinengeschäft und beim Aufbau zweier unserer neueren Wachstumsbereiche.“
Sundar Pichai
Nach Angaben von Pichai kämen Youtube Music und Premium auf zusammen 20 Millionen zahlende Abonnenten, das Live-TV-Angebot Youtube TV zähle in den USA 2 Millionen Abonnenten. Das Cloud-Geschäft steuerte 2019 rund 8,9 Milliarden Dollar zum gesamten Konzernumsatz bei, 50 Prozent mehr als 2018 und mehr als doppelt so viel wie 2017.

Alphabet lieferte mit der Veröffentlichung der Zahlen eine handfeste Überraschung, Investoren hatten sich schon lange mehr Einblick bei Youtube und ins Cloud-Geschäft gewünscht. Pichai, der nach Erfolgen als Chef der Tochter Google im Dezember auch die Führung des Dachkonzerns Alphabet von Mitgründer Larry Page übernommen hatte, setzte bei seiner ersten Bilanzvorlage also gleich neue Maßstäbe in Sachen Transparenz an. Das dürfte vor allem Analysten erfreuen.


Die Marktreaktion auf den Geschäftsbericht war dennoch negativ, was allerdings in erster Linie am enttäuschenden Umsatzwachstum lag. Angetrieben vom Werbegeschäft legten die Erlöse im vierten Quartal im Jahresvergleich zwar um gut 17 Prozent auf 46,1 Milliarden Dollar (41,7 Milliarden Euro) zu. Es handelt sich jedoch um das schwächste Wachstum seit fünf Jahren – an der Wall Street war mit deutlich mehr gerechnet worden. Anleger reagierten enttäuscht und ließen die Aktie nachbörslich zeitweise um knapp fünf Prozent fallen.

Alphabets Quartalsgewinn stieg indes stärker als erwartet von 8,9 Milliarden auf 10,7 Milliarden Dollar. Youtubes Werbeerlöse kletterten im Jahresvergleich von 3,6 Milliarden auf 4,7 Milliarden Dollar, in der Cloud-Sparte gab es eine Zunahme von 1,7 Milliarden auf 2,6 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Rivale Amazon verbuchte mit seiner Web-Plattform AWS, die Cloud-Services an Unternehmen verkauft und Marktführer in diesem Bereich ist, im Schlussquartal ein Umsatzwachstum um 40 Prozent auf 10 Milliarden Dollar.

Während Googles Haupteinnahmequelle, die Werbeerlöse, im Schlussquartal nur noch um 16,7 Prozent zulegten, gab der Konzern mal wieder viel Geld etwa für Investitionen in Datenzentren und neue Mitarbeiter aus. Insgesamt nahmen Alphabets Kosten und Ausgaben in den drei Monaten bis Ende Dezember um 18,5 Prozent auf 36,8 Milliarden Dollar zu. Im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte Alphabet den Umsatz um 18 Prozent auf 162 Milliarden Dollar. Der Gewinn wuchs von 30,7 Milliarden auf 34,3 Milliarden Dollar.
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