PwC-Studie

Video-on-Demand, Pay TV und Onlinewerbung beflügeln die Medienbranche

Der TV-Konsum wandelt sich - und damit auch die Erlöseströme
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Der TV-Konsum wandelt sich - und damit auch die Erlöseströme
Die deutsche Medien- und Unterhaltungsbranche ist weiterhin auf Wachstumskurs. Das geht aus dem German Entertainment and Media Outlook der Beratungsgesellschaft PwC hervor. Demnach wächst der Gesamtmarkt in den kommenden fünf Jahren um durchschnittlich 1,8 Prozent im Jahr. Wachstumstreiber sind dabei neben der weiter florierenden Onlinewerbung vor allem vergleichsweise junge Gattungen wie Video-on-Demand, Pay TV und die Spielebranche. 
So ist der Markt für Video-on-Demand im vergangenen Jahr um 13,5 Prozent auf 866 Millionen Euro gewachsen und war damit eines der wachstumsstärksten Segmente. Für die kommenden Jahre geht PwC von einem jährlichen Wachstum von 9,8 Prozent auf ein Gesamtvolumen von rund 1,4 Milliarden Euro aus. "VoD-Dienste werden vor allem bei jungen Leuten immer beliebter. Sie wollen Filme und andere Sendungen zeitlich flexibel sehen", erklärt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC. 


Die Wachstumsraten des klassischen Fernsehens sind dagegen rückläufig. Während der Umsatz mit TV-Werbung 2017 noch um 2,3 Prozent gewachsen ist, erwartet PwC ab 2020 nur noch jährliche Wachstumsraten von weniger als 2 Prozent. Bis 2022 legt der TV-Werbemarkt trotzdem auf 5,5 Milliarden Euro zu, wobei sich onlinebasierte TV-Werbung mit voraussichtlich 695 Millionen Euro Umsatz zu einem der größten Wachstumstreiber mausert. "Das Fernsehen ist gefordert, den Wandel zu personenbezogener Werbung mitzumachen. Die bereits sehr hohe Verbreitung von Smart-TVs ermöglicht dieses", erklärt Werner Ballhaus. 

Weiterhin im Aufwind ist auch der Pay-TV-Markt, der 2017 mit 7,9 Millionen Abonnenten eine neue Bestmarke erreichte. Hier rechnen die Experten mit jährlichen Wachstumsraten von 3 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 2,7 Milliarden Euro bis 2022. 


Eine der wachstumsstärksten Gattungen bleibt nach wie vor Onlinewerbung. Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um 8,5 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. In den kommenden fünf Jahren rechnet der Media and Entertainment Outlook mit einem jährlichen Wachstum um 5,7 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro, wobei vor allem die mobile Werbung mit Wachstumsraten von 18,5 Prozent pro Jahr der Hauptwachstumstreiber ist. Zu den Gewinnern gehört außerdem Gaming-Markt, der bis 2022 jährlich um 6,4 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro zulegt. 

Die Print-Medien stehen dagegen weiter unter Druck. 2017 schrumpfte der Zeitschriftenmarkt um 1,8 Prozent, der Zeitungsmarkt um 0,9 Prozent. Bis 2022 rechnet PwC mit einem weiteren Rückgang der Einnahmen der Zeitschriftenverlage um 1,5 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Der Umsatz der Zeitungshäuser wird in diesem Zeitraum voraussichtlich um 1,1 Prozent auf 7,4 Milliarden sinken. dh
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