PWC-Studie

Vertrauen in Medien ist gesunken

Beim Thema Datenschutz sind viele Deutsche wenig konsequent
Fotolia / Tomasz Zajda
Beim Thema Datenschutz sind viele Deutsche wenig konsequent
Jeder vierte Deutsche hat kein Vertrauen in die Medien. In Ostdeutschland misstraut sogar jeder Dritte den hiesigen Medien. Das geht aus einer Umfrage des Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor. Beim Thema Daten sind die Deutschen hingegen bemerkenswert vertrauensselig. Wichtiger als Datenschutz ist vielen Verbrauchern, dass die Angebote kostenlos sind. 
Vor allem das Vertrauen in die sozialen Medien hat durch die jüngsten Datenschutzskandale wie zum Beispiel bei Facebook gelitten. Das Vertrauen in das soziale Netzwerk ist bei 39 Prozent der Befragten gesunken, Twitter trauen 31 Prozent weniger und Youtube 29 Prozent. Auch generell ist das Vertrauen in die sozialen Plattformen gering: Youtube erreicht 23 Prozent, Facebook 18 Prozent und Twitter sogar nur 14 Prozent. 

Am ehesten vertrauen die Deutschen den öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosendern (74 bzw. 72 Prozent) und den überregionalen Tages- und Wochenzeitungen (68 Prozent). Auch das Vertrauen in die großen Nachrichtenportale wie Spiegel Online & Co ist mit 68 Prozent noch vergleichsweise groß. Deutlich schlechter schneiden die privaten Fernsehsender (49 Prozent) und Radiosender (46 Prozent) ab.

Insgesamt vertrauen 75 Prozent der Deutschen den Medien sehr oder zumindest eher - allerdings ist das Vertrauen insgesamt gesunken. Fast jeder Dritte (32 Prozent) gab an, dass sein Vertrauen in die Medien in den vergangenen zwei Jahren gesunken ist. 

Erstaunlicherweise sind die viele Verbraucher bei aller Skepsis gegenüber den Medien ziemlich gleichgültig, wenn es darum geht, was mit ihren persönliche Daten geschieht. "Um Medien kostenlos nutzen zu können, hinterfragen die Nutzer die Verwendung ihrer Daten deutlich weniger als man es aufgrund des gesunkenen Vertrauens erwarten würde", sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC Deutschland. "Für ein Social-Media-Angebot wollen die meisten Bundesbürger kein Geld ausgeben. Wenn sie die Wahl hätten, würden sie allerdings lieber nicht mit ihren Daten bezahlen, sondern Werbetreibende die Finanzierung übernehmen lassen." 

Immerhin 40 Prozent stören sich nicht an der Weitergabe bestimmter Daten, wenn es keine sensiblen Daten sind oder damit Vorteile wie zum die kostenlose Nutzung eines Angebots verbunden sind. 48 Prozent lehnen die Weitergabe von persönlichen Daten allerdings ab. 

Immerhin 35 Prozent würden bewusst in Kauf nehmen, dass persönliche Daten verkauft werden, damit die Nutzung eines sozialen Netzwerks kostenlos bleibt. Die meisten Befragten (74 Prozent) würden allerdings ein Geschäftsmodell bevorzugen, bei dem keine Daten verkauft werden und sich das Netzwerk über nicht-personalisierte Werbung finanziert. Ein Modell, bei dem die Kosten davon abhängen, wie viele persönliche Daten man als Nutzer preisgibt, würden 30 Prozent 
präferieren. Je jünger die Befragten sind, desto höher ist die Bereitschaft, mit den eigenen Daten für die Nutzung von Diensten zu bezahlen. Für die Studie "Vertrauen in Medien" wurden im Mai rund 1000 Deutsche ab 18 Jahren per Onlinepanel befragt. dh

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