PwC-Prognose

Entertainment- und Medienbranche im nächsten Jahr wieder über Vorkrisenniveau

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Gaming hat in der Pandemie zugelegt - und wird das wohl auch weiter tun
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Gaming hat in der Pandemie zugelegt - und wird das wohl auch weiter tun
Der Corona-bedingte Umsatzeinbruch in der deutschen Medien- und Entertainmentbranche war eklatant - doch schon im nächsten Jahr könnten die Erlöse die des letzten Jahres vor der Pandemie übertreffen. Zu diesem Ergebnis kommt PwC in der neuesten Ausgabe des German Entertainment & Media Outlook.
So sei insbesondere in Bereichen wie Musik, Radio, Podcasts, Internetvideo, Onlinewerbung und Virtual Reality mit deutlichen Zuwächsen zu rechnen, teilt PwC mit. Im selben Zug werde der Datenkonsum mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 22,7 Prozent steigen. Gleichzeitig mahnen die Experten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft: Eine vollständige Rückkehr zu alten Verhaltensmustern und Nutzungsgewohnheiten sei nicht zu erwarten. Die Entertainment- & Medienbranche werde deshalb "einem stetigen Wandel" unterliegen.

Sicher ist in den kommenden Jahren also nichts. Der Blick in die Glaskugel von PwC zeigt für dieses Jahr aber einen Anstieg der Umsätze im betrachteten Segment auf 59 Milliarden Euro, ausgehend von 55,4 Milliarden Euro im Corona-Jahr 2020. Dieser Wert bedeutete einen Rückgang um 9,9 Prozent - so groß war das Minus in der 19-jährigen Geschichte des German Entertainment & Media Outlook noch nie. Bis 2025 sollen die Umsätze bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4,5 Prozent auf 69 Milliarden Euro steigen.

Der Report macht noch einmal deutlich, wie heftig Corona in einigen Branchen ins Kontor geschlagen hat. So schrumpften die Umsätze der Segmente Messe und Kino im Jahr 2020 um mehr als zwei Drittel, die Erlöse im Bereich Livemusik brachen um 75 Prozent ein. Gleichzeitig stiegen die Umsätze in digitalen Segmenten teils sprunghaft an. Der Bereich Videospiele und E-Sports etwa wuchs um 13,6 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, die Umsätze im Bereich Virtual Reality kletterten um 27,5 Prozent. Video-on-Demand wuchs mit Umsätzen von 1,7 Milliarden Euro noch stärker als in den Vorjahren. Darüber hinaus übertraf mobile Onlinewerbung mit einem Zuwachs von 12,6 Prozent erstmals die TV-Werbung. Die Umsätze durch Onlinewerbung insgesamt überstiegen jene aus TV-Werbung um mehr als das Doppelte. "Die Pandemie hat viele Entwicklungen der Branche drastisch beschleunigt, die sich in den vergangenen Jahren schon angedeutet haben", sagt Werner Ballhaus, Global Entertainment & Media Sector Leader und verantwortlicher Studienautor. "Wir sehen deutliche Verschiebungen hin zu digitalen Formaten. Das Smartphone entwickelt sich zum wichtigsten Gerät der Mediennutzung. Die Ausnahmesituation hat das Nutzerverhalten und den Medienkonsum nachhaltig beeinflusst und wird die Branche noch auf Jahre prägen." ire
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