PwC Global Entertainment & Media Outlook

Entwicklung der Medienerlöse gewinnt wieder an Dynamik

   Artikel anhören
Streaming treibt die Erlösentwicklung im Medienbereich voran
© Pixabay/Andrés Rodríguez
Streaming treibt die Erlösentwicklung im Medienbereich voran
Im vergangenen Jahr sind die Umsätze der globalen Unterhaltungs- & Medienbranche so stark zurückgegangen wie noch nie, seit PwC die Sparte in einem eigenen Report untersucht - also seit 22 Jahren. Doch nun ist Erholung angesagt: Der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zufolge wächst der Bereich 2021 schneller als die Gesamtwirtschaft. So legen die Erlöse der Unterhaltungs- und Medienbranche in diesem Jahr um 6,5 Prozent zu.
Damit wird das Minus aus dem Vorjahr, als die weltweiten Unterhaltungs- & Medien-Umsätze um 3,8 Prozent auf 2 Billionen US-Dollar zurückgegangen waren, mehr als ausgeglichen. Im nächsten Jahr soll das Wachstum noch einmal anziehen: Angetrieben von einer starken Nachfrage nach digitalen Inhalten und Werbemöglichkeiten, werde das Plus 2022 voraussichtlich 6,7 Prozent betragen, teilt PwC mit. Im Schnitt wächst die Branche von 2021 bis 2025 um 5 Prozent pro Jahr. Im Jahr 2025 soll der Branchenumsatz bei 2,6 Billionen US-Dollar liegen.

Traditionellem TV, im vergangenen Jahr größtes Marktsegment, steht dabei keine besonders rosige Zukunft bevor, der Bereich verliert laut PwC jedes Jahr 1,2 Prozent Umsatz. Ganz anders Videostreaming: Der Corona-bedingte Boom wird wohl bis 2025 anhalten und für eine Compound Annual Growth Rate (CAGR) von 10,6 Prozent sorgen. Auch Musikstreaming befindet sich mit einer jährlichen Wachstumsrate von 12,8 Prozent in den nächsten fünf Jahren weiter auf dem Vormarsch. Die Umsätze mit Online-Werbung werden ebenfalls weiter stark zulegen. Schon im vergangenen Jahr mit 9 Prozent im Plus, wird das Segment in den kommenden fünf Jahren um jährlich 7,7 Prozent wachsen.

Das am schnellsten wachsende Segment im Bereich Entertainment und Media ist aber Virtual Reality. Hier geht PwC von einer CAGR von 30 Prozent und mehr aus. Im Jahr 2025 würde das einen Umsatz von 6,9 Milliarden US-Dollar bedeuten. Die Umsätze im Bereich Videospiele und E-Sports wachsen derweil jährlich um 5,7 Prozent auf fast 200 Milliarden Dollar im Jahr 2025. Für beide Technologien braucht man mobiles Internet: Im Geschäft mit mobilen Internetanschlüssen steigen die Umsätze PwC zufolge mit einer CAGR von 6,1 Prozent auf 605 Milliarden Dollar im Jahr 2025. "Die Pandemie hat die Unterhaltungs- und Medienbranche im vergangenen Jahr gebremst. Sie hat aber auch die Machtverschiebungen beschleunigt und verstärkt, die die Branche verändern", kommentiert Werner Ballhaus, Global Entertainment & Media Industry Leader und Partner bei PwC Deutschland. "Ob es um die Verlagerung der Kasseneinnahmen der Kinos auf Streaming-Plattformen geht, um die Verschiebung von Inhalten auf mobile Endgeräte oder um die immer komplexeren Beziehungen zwischen den Urhebern, Produzenten und Vertreibern von Inhalten - die Dynamik und die Machtverhältnisse innerhalb der Branche verändern sich weiter."

Gleichzeitig erhöht die sich verfestigende Plattformökonomie den Druck auf die größten Player. Politik und Wettbewerbsbehörden wollen nicht mehr länger zusehen, wie sich die GAFAs dieser Welt immer größere Stücke vom Werbe- oder Subscription-Kuchen einverleiben. PwC rät daher, dass Unternehmen aus der Unterhaltungs- und Medienbranche die regulatorische Risiken in ihre Planungsprozesse einbeziehen.
„Selbst in den Bereichen, die das größte Wachstum versprechen, wird sich die Art des Wettbewerbs in den kommenden Jahren wahrscheinlich drastisch verändern“
Werner Ballhaus, PwC
"Selbst in den Bereichen, die das größte Wachstum versprechen - wie Video-Streaming - wird sich die Art des Wettbewerbs in den kommenden Jahren wahrscheinlich drastisch verändern", glaubt Ballhaus. "Gleichzeitig entwickelt sich der soziale, politische und regulatorische Kontext, in dem alle Unternehmen agieren, auf unvorhersehbare Weise weiter. All das bedeutet, dass Stillstand und das Verlassen auf die Strategien, die in der Vergangenheit Werte geschaffen und Marktanteile gesichert haben, in Zukunft nicht mehr die effektivsten Strategien sein werden." ire
    stats