Programmatische Werbung

Addressable TV lässt Programmatic-Markt abheben

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Treibt den Programmatic-Markt: D-Force-Chef Jens Pöppelmann
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Treibt den Programmatic-Markt: D-Force-Chef Jens Pöppelmann
Programmatic Advertising hat sich im globalen Werbemarkt längst etabliert. In Deutschland verlief das Wachstum bei programmatischen Werbebuchungen in den vergangenen Jahren dagegen deutlich schleppender als anderswo. Das scheint sich gerade zu ändern - vor allem im Bereich Adressable TV. Aus einer aktuellen D-Force-Analyse geht hervor, dass die werbungtreibenden Unternehmen ihre Ausgaben für Programmatic Addressable TV (ATV) im Corona-Jahr 2020 massiv gesteigert haben.
Es sind interessante Zahlen, die das 2019 von Pro Sieben Sat 1 und der Mediengruppe RTL Deutschland gegründete Programmatic-Advertising-Joint-Venture zu verkünden hat: Laut der Analyse, für die  der Adtech-Anbieter Adition Technologies im Auftrag von D-Force seine Active Agent Demand-Side-Plattform (DSP) ausgewertet hat, haben die werbungtreibenden Unternehmen in Deutschland ihre Ausgaben für Programmatic Addressable TV (ATV) im Corona-Jahr 2020 nahezu verdreifacht.

Über die DSP, die als Buchungsplattform für den automatisierten und datenbasierten Einkauf von Addressable-TV-Kampagnen auf den Inventaren der Sendergruppen Seven-One Entertainment Group und der Mediengruppe RTL Deutschland sowie weiterer Partner in Deutschland und Österreich dient, wurden laut D-Force im vergangenen Jahr über 240 Addressable-TV-Kampagnen von über 80 Werbungtreibenden programmatisch eingebucht und ausgespielt. Wichtigster Wachstumstreiber war laut D-Force dabei Addressable TV. Hier seien die Umsätze um 161 Prozent angestiegen. Dadurch habe Adressable TV im Jahr 2020 einen Gesamtumsatzanteil im deutlich zweistelligen Bereich erzielt. 

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Ralf Hammerath, CEO bei Adition Technologies, begründet das starke Wachstum von Programmatic unter anderem mit der pandemiebedingt veränderten Mediennutzung, aber auch mit den Effizienzvorteilen aus der Kombination von digitalem Bewegtbild mit automatisiertem Einkauf und datenbasierter Aussteuerung. "Ob stand-alone oder in crossmedialen Kampagnenkonzepten: Addressable TV erweitert maßgeblich das Spektrum an Bespielungsmöglichkeiten screenbasierter Medienkanäle – umso mehr, wenn sie wie bei Active Agent miteinander und in Kombination mit weiteren Medien über eine einzige Plattform gebucht und ausgesteuert werden können", so Hammerath. 

Der Blick in die Zukunft fällt wenig überraschend optimistisch aus. Nach eigenen Angaben erwartet D-Force auch in diesem Jahr ein dynamisches Wachstum. Dazu beitragen sollen auch neue Medialösungen. So soll es künftig möglich sein,  Addressable-TV-Spots individuell auszusteuern. Zudem lockt D-Force Werbekunden und Agenturen mit einem Cross-Device- beziehungsweise einem Haushaltstargeting. 

D-Force-Geschäftsführer Jens Pöppelmann erhofft sich von den neuen Angeboten weitere Impulse, appelliert aber auch an die Werbeindustrie, bei dem Thema an einem Strang zu ziehen. Geht es nach Pöppelmann, dann sollten sich insbesondere weitere Broadcaster an der Initiative und dem Angebot von D-Force beteiligen. Ziel sei es, das Thema Bewegtbild und Bewegtbildwerbung im Sinne der werbungtreibenden Industrie weiterzuentwickeln. mas
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