Prognose

Video-Streamingdienste verdoppeln ihre Umsätze bis 2023

Video-on-Demand-Dienste nehmen im Alltag der Menschen eine immer größere Rolle ein
© Netflix
Video-on-Demand-Dienste nehmen im Alltag der Menschen eine immer größere Rolle ein
Dass sich Video-Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime Video immer größerer Beliebtheit erfreuen, ist keine neue Erkenntnis. Eine aktuelle Marktprognose der Unternehmensberatung PwC belegt den Aufstieg dieser Anbieter nun aber mit konkreten Zahlen: Demnach werden Netflix und Co ihre Umsätze bis 2023 verdoppeln. Das bedeute aber nicht, dass die klassischen Anbieter automatisch auf verlorenem Posten stehen.

Die PwC-Experten gehen davon aus, dass Video-Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime Video, DAZN und der Eurosport Player ihre Umsätze von zuletzt 38,2 Milliarden US-Dollar bis 2023 verdoppeln werden. Laut dem "Globale Entertainment & Media Outlook" sollen die Erträge auf 72,8 Milliarden US-Dollar steigen. Das bedeutet ein durchschnittliches jährlichen Wachstum von 13,8 Prozent. "Angesichts des mittlerweile hohen Ausgangsniveaus sind das imposante Zuwachsraten", so die Einschätzung von PwC-Manager Werner Ballhaus.



„Wenn Streaming-Anbieter und klassische Fernsehsender mit immer individuelleren Inhalten um die Nutzer buhlen – dann kann das einen Aufschwung für die Film- und Fernsehproduzenten bedeuten.“
Werner Ballhaus
Die Video-Streamingdienste sind allerdings nicht die einzigen Profiteure des sich verändernden Mediennutzungsverhalten. Wie aus dem PwC-Papier hervorgeht, traut man der gesamten Branche in den nächsten fünf Jahren jährliche Zuwächse von 4,3 Prozent zu. Damit würde der Gesamtumsatz der weltweiten Medien- und Unterhaltungsindustrie von zuletzt etwa 2,1 Billionen auf rund 2,6 Billionen US-Dollar steigen. Vor allem die Werbeerlöse im Bereich Podcast (+ 28,5 Prozent pro Jahr) und Virtual Reality (+22,2 Prozent pro Jahr) legen kräftig zu.

Doch es gibt auch Verlierer: Die Erlöse werden den Prognosen zufolge vor allem bei Zeitungen und Publikumsmagazinen fallen, heißt es. Sie müssen einen jährlichen Verlust von 2,3 Prozent fürchten. In der Printbranche sind das keine überraschenden Prognosen. Allerdings muss sich laut PwC auch ein anderes prominentes Segment erstmals auf sinkende Erträge gefasst machen: die traditionelle Fernseh- und Heimkinobranche. Hier prognostizieren die Autoren insgesamt bis 2023 jährliche Verluste von 0,7 Prozent.


"Dass sich der Trend zur digitalen Mediennutzung fortsetzt beziehungsweise sogar noch einmal verstärkt, bedeutet nicht, dass die klassischen Anbieter automatisch auf verlorenem Posten stehen", betont PwC-Experte Ballhaus. "Es heißt lediglich, dass der Druck steigt, die Geschäftsmodelle zu transformieren." Die Kreativität der Programmmacher sei gefragt: "Wenn Streaming-Anbieter und klassische Fernsehsender mit immer individuelleren Inhalten um die Nutzer buhlen – dann kann das einen Aufschwung für die Film- und Fernsehproduzenten bedeuten." ron

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