Prognose

Jeder vierte Werbe-Euro wird in digitale Medien investiert

Die Euros fließen auch 2019 wieder zuhauf in Onlinewerbung
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Die Euros fließen auch 2019 wieder zuhauf in Onlinewerbung
In Deutschland wird 2019 mehr als jeder vierte Werbe-Euro in digitalen Medien investiert. Das prognostiziert die Hamburger Agentur Netzwerk Reklame in einer aktuellen Untersuchung. Größte Wachstumstreiber, so heißt es darin, sind wie in den Vorjahren Mobile und Video. Erstmals hat Netzwerk Reklame zudem das Boom-Segment Retail Media separat ausgewiesen - dessen Marktvolumen sich durchaus sehen lassen kann.

Insgesamt wächst der Gesamtmarkt für Onlinewerbung in Deutschland 2019 auf 10,8 Milliarden Euro, so die Prognose. Das wäre ein Wachstum von 680 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, als der Gesamtmarkt erstmals die 10-Milliarden-Grenze überschritten hatte. Der Marktanteil für digitale Werbung würde damit auf 28 Prozent ansteigen. Im Gegensatz zu anderen Studien berücksichtigt die von Netzwerk Reklame auch Schätzungen zu den Werbeerlösen von Google, Facebook und Amazon.



Das meiste Geld fließt nach wie vor ins Suchmaschinen-Marketing, auch wenn dort die Zahlen (3,5 Milliarden Euro) nur knapp über Vorjahr sind. "Dies liegt zum einen an der hohen Marktreife: Suchmaschinen-Marketing ist seit Jahren für viele Anbieter ein Basismedium, dessen Zuwächse vor allem durch das Suchvolumen bestimmt wird", erklärt Netzwerk-Reklame-Gründer Wolfgang Thomas.

Auch ein Grund für das verlangsamte Wachtum von Search sind die gestiegenen Budgets für Retail Media, also Werbe-Anzeigen auf Plattformen wie Amazon, Zalando und Ebay. Das Segment, das in der Untersuchung von Netzwerk Reklame erstmals separat ausgewiesen wurde, soll in diesem Jahr 800 Millionen Euro schwer werden, schätzen die Experten. 2018 soll der Markt noch 550 Millionen Euro Umsatz gemacht haben.


Für Social Media hat die Untersuchung keine derart guten Nachrichten parat. Für das zuletzt boomende Segment erwarten die Experten in diesem Jahr ein Werbevolumen von 1,1 Milliarden Euro - das Wachstum ist demnach nur marginal. Die Gründe dafür sind laut Wolfgang Thomas vielfältig: Zum einen spielen die leicht rückläufigen Nutzungszahlen eine große Rolle, vor allem bei Facebook. Zum anderen würden gleich mehrere Studien eine gewisse Social-Media-Müdigkeit in Deutschland zeigen. Zu guter Letzt seien Werbungtreibende heute skeptische denn je, angesichts zahlreicher Datenskandale.

Dagegen ist der Trend zu Videowerbung im Netz ungebrochen. 2019 wird mit einem Zuwachs von 220 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro gerechnet. In diesem Wert sind neben den großen Videoportalen wie Youtube auch die zunehmend beliebten Outstream-Formate von Anbietern wie Teads enthalten. Komplettiert wird der Markt durch Affiliate-Marketing mit einem Volumen von prognostizierten 320 Mio. Euro in 2019.

Erst vor zwei Tagen hatten die Marktforscher von E-Marketer in einer Studie ähnliche Ergebnisse vorgelegt: Zwar sind die Digitalspendings laut E-Marketer in Deutschland noch nicht so hoch wie es Netzwerk Reklame prognostiziert, sie klettern aber auf durchaus passable 36,7 Prozent. Das entspricht Gesamtinvestitionen in Höhe von 7,3 Milliarden Euro. ron

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