Presse-Grosso

Pressegroßhändler wollen neuen Gesamtverband gründen

Zeitschriften erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit
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Zeitschriften erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit
Die deutschen Presse-Großhändler planen die Gründung eines neuen Gesamtverbands. Das kündigten der Bundesverband Presse-Grosso und die Arbeitsgemeinschaft Presse-Vertrieb an. Die Gründungsversammlung findet am 22. Mai in Köln statt, wo die neue Interessensvertretung auch ihren Sitz haben wird. 
Die Gründung des neuen Verbands wurde von langer Hand vorbereitet: Die Beratungen über eine gemeinsame Interessensvertretung begannen bereits im Mai 2018. Der Gesamtverband der Pressehändler werde sich für einen "diskriminierungsfreien Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften" einsetzen, heißt es in einer Pressemitteilung der beiden bestehenden Verbände. Der neue Dachverband werde klassische Aufgaben wie Public Affairs, Öffentlichkeitsarbeit und Recht wahrnehmen, aber auch Bereiche wie Marketing, Key Accounting und Datenmanagement betreuen. Für den Vorstand kandidieren Frank Nolte (Süddeutsche Zeitungszentrale, Stuttgart), Vincent Nolte (Presseservice Nord, Bremen), Jan Carlsen (Grossounion Nord, Hannover) und Felix Wahlich (Cottbusser Presse Vertrieb). 


Der deutsche Pressegroßhandel steckt derzeit aufgrund des Strukturwandels in der Medienbranche in einer Konsolidierungsphase. Aktuell gibt es noch 36 Pressegroßhändler, die die rund 100.000 Verkaufsstellen in ganz Deutschland beliefern. Schätzungen zufolge dürfte die Zahl der Grossisten in den kommenden fünf Jahren um rund zwei Drittel auf nur noch 10 bis 15 Zwischenhändler zurückgehen. Das sagte Michael Fischer, Chef der Axel-Springer-Vertriebsorganisation Sales Impact, auf dem VDZ Distribution Summit im September in Hamburg. 

Sowohl Gutachten des Grosso-Verbandes als auch der Vertriebsallianz der Verlage haben ergeben, dass angesichts sinkender Presse-Absätze und -Umsätze in Zukunft nur noch Grossisten überlebensfähig sind, die jeweils 100 bis 150 Millionen Euro Jahresumsatz erzielten. Bisher liege die Spanne bei 6 bis 120 Millionen Euro. dh

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