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Nach sieben Staffeln ist Schluss: "Chez Krömer" von und mit Kurt Krömer wird eingestellt
© RBB/Daniel Porsdorf
Nach sieben Staffeln ist Schluss: "Chez Krömer" von und mit Kurt Krömer wird eingestellt
Zuletzt hatte die preisgekrönte, aber dennoch vor allem in der Nische beheimatete RBB-Talkshow "Chez Krömer" mit kontroversen Gästen wie Julian Reichelt, Heinz-Christian Strache und dem Comedian Faisal Kawusi für Aufsehen gesorgt. Jetzt geben Moderator Kurt Krömer und der Sender RBB bekannt, dass die Sendung nach sieben Staffeln und 41 Folgen eingestellt wird. Zuletzt gab es einen kleinen Eklat.
"Es ist für mich an der Zeit für neue künstlerische Abenteuer", sagt Krömer in einer Mitteilung des RBB. "Mir war klar, dass 'Chez Krömer' kein Format ist, das ewig laufen wird. Dass es am Ende dann doch 41 Folgen geworden sind, hat mich selbst überrascht. Mein Bedarf an Arschlöchern ist damit gedeckt." Die Sendung hat über die vergangenen Jahre mehr und mehr Aufmerksamkeit erregt und viele Fans in der ARD-Mediathek sowie auf Youtube gewonnen.

In der letzten Sendung mit Faisal Kawusi hatte sich die Situation zugespitzt. Krömer brach das Gespräch mehrere Minuten vor Ende vorzeitig ab und verließ den stilisierten Verhörraum. Anschließend sagte er vor den Kameras: "Heute ist der Tag, wo ich glaube (...), dass ich nach Hause gehe und mal gucke, ob ich das Konzept vielleicht noch mal überdenke." Dann stand er auf und ging. Ob die Folge mit Kawusi entscheidend zum Ende des Formats beigetragen hat, verrieten Krömer und der RBB hingegen nicht.
„Mein Bedarf an Arschlöchern ist damit gedeckt.“
Kurt Krömer
In dem Interview, das in der ARD-Mediathek abrufbar ist, ging es unter anderem um einen Instagram-Kommentar Kawusis zum Thema K.-o.-Tropfen, eine als rassistisch kritisierte Äußerung über die "Let's Dance"-Jurorin Motsi Mabuse und ein Tourplakat des Comedians, das an die tödliche Festnahme von George Floyd 2020 erinnerte. Kawusi erklärte, er sei nicht rassistisch und auch sonst niemandem gegenüber feindlich eingestellt. Die Eltern des 31-Jährigen stammen aus Afghanistan und kamen 1989 als politische Flüchtlinge nach Deutschland. Kawusi wurde 1991 in Hessen geboren.

Krömer hatte gemeinsam mit Produzent Friedrich Küppersbusch und dessen Firma Probono.tv 2019 die Idee eines Verhörs auf kleinstem Raum zum Showkonzept "Chez Krömer" entwickelt. In der Reihe stellten sich Prominente und Politiker den häufig sehr direkten und provokanten Fragen des Moderators.

Zu den Gästen zählten Ex-"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt, der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die frühere AfD-Parteichefin Frauke Petry, die Rapper Sido und Bushido. 2020 gab es für Krömer und die Show erstmals den Grimme-Preis. 2022 erhielten er und Satiriker Torsten Sträter dann je einen Grimme-Preis für ihr Gespräch bei "Chez Krömer" über Depressionen.

Ob es für Krömer in naher Zukunft beim RBB mit einem anderen Format weitergeht, ist unklar. Allerdings betonte der Sender in der Mitteilung: "Die Beziehung zwischen dem RBB und Kurt Krömer ist auch abseits der vier Verhörwände geklärt - sie sind und bleiben Freunde." tt/dpa
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