"Philipp"

Hamburger Abendblatt plant Personality-Magazin mit OMR-Chef Westermeyer

Philipp Westermeyer von den Online Marketing Rockstars bekommt ein eigenes Magazin
© Alex Grimm / Getty Images
Philipp Westermeyer von den Online Marketing Rockstars bekommt ein eigenes Magazin
Online Marketing Rockstars go Print: Das Hamburger Abendblatt kündigt ein Personality-Magazin von und mit Philipp Westermeyer an, dem Gründer und CEO des Digital-Happenings in der Hansestadt. Und auch der Relotius-Fälschungsskandal spielte beim Neujahrsempfang der Zeitung eine Rolle.

In seiner Rede vor rund 900 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien nannte Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider das Projekt noch nicht beim Namen, sondern kündigte vage ein neues Magazin mit einem Hamburger Promi an. Später wurde bekannt, um was es geht: Um "Philipp", ein Heft von und mit OMR-Chef Philipp Westermeyer. In dem Magazin, das zunächst einmalig zur Großveranstaltung Anfang Mai (erwartet werden in diesem Jahr 50.000 Besucher) auch am Kiosk erscheint, soll es sich um das digitale Hamburg drehen.

Lars Haider beim traditionellen Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatts 2019
© Hamburger Abendblatt
Lars Haider beim traditionellen Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatts 2019
Auch der Relotius-Fälschungsskandal spielte beim 31. Neujahrsempfang der Funke-Regionalzeitung eine Rolle. Gerade Lokaljournalisten, auf die so gerne herabgeschaut werde, machten das, was Spiegel-Gründer Rudolf Augstein gefordert habe: "Sie sagen, was ist", so Haider. Und weiter: "Das ist dann halt nicht immer sprachlich so stimmig, erzählerisch dicht und dramaturgisch perfekt, um damit einen der großen Reporterpreise zu gewinnen. Dafür kommt es der Wahrheit meist sehr nah."


Und wenn nicht, dann schlage die Dokumentation sofort Alarm. "Ja, auch Lokalzeitungen haben eine Dokumentation, und was für eine: Unsere Leser melden sich sofort, wenn wir über Kinofilme berichten, die gar nicht gezeigt werden, oder wenn Paul Müller in Wahrheit Peter Meyer heißt", sagte Haider. Den Menschen, über die man schreibe, begegne man immer wieder – deshalb hätten Lokaljournalisten vor allem ein Interesse: Dass alles, was sie veröffentlichen, stimmt. "Wenn das provinziell oder altbacken ist, dann sind wir beim Hamburger Abendblatt gern provinziell und altbacken", so Haider.

Zuvor hatte der neue Abendblatt-Geschäftsführer Claas Schmedtje (Nachfolger des bei Funke aufgestiegenen Ove Saffe) seinen ersten Auftritt beim traditionellen Neujahrsempfang: "Egal, ob Print oder Digital: Wir sind nur dann erfolgreich, wenn wir ganz nah an den Menschen und ihren Themen sind, die sie jeden Tag bewegen." Das Abendblatt gewinne täglich 60 bis 80 neue Digitalabonnenten hinzu, mittlerweile seien es rund 30.000. rp


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