3-Säulen-Modell

Das ist die neue Paid-Content-Strategie der FAZ

Die FAZ will mit dem neuen Abo vor allem Mobilnutzer erreichen
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Die FAZ will mit dem neuen Abo vor allem Mobilnutzer erreichen
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Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schraubt an ihrer Online-Vertriebsstrategie. Mit "F+" führt die "FAZ" ein reines Digitalabo für preisbewusste Online- und Mobile-Nutzer ein. Zudem gibt es neben "FAZ Digital" mit "FAZ Premium" ein neues Rundum-Sorglos-Paket. Damit setzt die FAZ künftig auf ein 3-Säulen-Modell.

Wer sich für F+ entscheidet und sich damit die Abogebühr von zunächst 2,95 Euro pro Woche beziehungsweise 11,80 Euro pro Monat leistet, soll ab sofort vollen Zugriff auf sämtliche FAZ.NET-Artikel erhalten. Laut FAZ können die Abonnenten damit jeden Monat auf mehr als 500 Beiträge zugreifen, die sonst nur zahlenden Leser zugänglich sind. Die Beiträge, die mit einem roten F+-Icon gekennzeichnet werden, können von Nutzern des neuen Pauschalangebots auch über die Apps der Zeitung abgerufen werden. 



Carsten Knop, Chefredakteur digitale Produkte, begründet die Einführung des neuen Digitalabos in einem Beitrag auf FAZ.NET damit, dass immer mehr Leser die Inhalte der FAZ mobil nutzen - und dass diese Leser überaus anspruchsvoll sind. Laut Knop wird nicht mehr nur die schnelle Nachricht nachgefragt, sondern auch Analysen und Kommentare. "Diese Texte aber können nicht in der gedruckten Zeitung verkauft, im Internet aber verschenkt werden. Deshalb sind immer mehr Artikel auf unserer Website mit einem kleinen roten „F+“-Logo gekennzeichnet", erläutert Knop die Strategie.

Für ihr Geld sollen die F+-Abonnenten allerdings auch einiges geboten bekommen. Laut Knop handelt es sich bei den Beiträgen, die sowohl aus der FAZ- und der FAZ.NET-Redaktion als auch aus der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", der "Frankfurter Allgemeinen Woche" und aus "Frankfurter Allgemeine Quarterly" stammen können, um "sorgfältig recherchierte Hintergründe und Analysen, pointierte Kommentare, opulente Reportagen und exklusive Meldungen".


Beim Preismodell hat sich die FAZ offenbar von Sky inspirieren lassen. Der Bezahlsender ist bekannt dafür, seine Bestandskunden nach Ablauf der zweijährigen Vertragslaufzeit mit saftigen Preiserhöhungen zu überraschen. Bei der FAZ ist das ähnlich: Nach einem Jahr erhöht sich der monatliche Preis von 11,80 Euro auf 19,80. Das Angebot kann zwar - anders als bei Sky - jederzeit bis zu einem Tag vor der nächsten Abrechnung gekündigt werden. Das bekannte Spielchen, dass Nutzer ihr Abo immer wieder rechtzeitig vor der Preiserhöhung kündigen und neu zum Einstiegspreis abschließen, will die FAZ aber offenbar nicht mitmachen. 

Neben der neuen F+-Pauschale bietet die FAZ auch weiterhin das "FAZ Digital"-Abo an. FAZ Digital beinhaltet zum wöchentlichen Preis von 10,90 Euro neben sämtlichen F+-Inhalten auch den Zugang zum gesamten digitalen Angebot von FAZ und FAS - inklusive aller Apps und der digitalen Zeitung. Bei F+ ist die digitale Version der Tageszeitung nicht inklusive. Neu ist auch "FAZ Premium": Wer sich das Nobel-Abo für 17,40 Euro pro Woche leistet, bekommt zusätzlich auch noch die Printausgabe in den heimischen Briefkasten geliefert. 

Endgültig in der Versenkung verschwindet auch die Marke FAZ Plus. Der Name, der bislang für die digitale Zeitung stand, wird nicht mehr genutzt. Zugang zur digitalen Zeitung haben neben den Digital- und Premium-Abonnenten auch Nutzer der in „FAZ Edition“ umbenannten App. Hier stehen die Ausgaben zum Einzelkauf zur Verfügung. mas

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