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Rasmus Giese, OVK: „Die Werbungtreibenden shiften ihre Budgets signifikant in die digitalen Kanäle."
United Internet Media GmbH
OVK-Prognose

Überraschung: Digitale Werbung wächst 2020 stärker als erwartet

Rasmus Giese, OVK: „Die Werbungtreibenden shiften ihre Budgets signifikant in die digitalen Kanäle."
Um beachtliche 8,6 Prozent sollen die Nettoumsätze der digitalen Werbung in diesem Jahr zulegen, so der Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Das bedeutet: 3,92 Milliarden Euro Gesamtumsatz. Der Anteil der programmatischen Werbung wird nach Schätzung der Vermarkter auf 67 Prozent wachsen.
von Klaus Janke Mittwoch, 23. September 2020
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Dabei hatte es zunächst schlechter ausgesehen. Auch die digitale Werbung blieb im 2. Quartal nicht von den Budgetkürzungen verschont. Nur 854 Millionen Euro wurden umgesetzt, weniger als im eigentlich immer schwächeren 1. Quartal. Betroffen waren unter anderem Pre-Roll-Formate, die vor allem für Branding-Kampagnen eingesetzt werden. „Im 3. Quartal erholen sich die Umsätze bereits wieder und werden auf 943 Millionen Euro ansteigen“, sagt Rasmus Giese, Vorsitzender des OVK und im Hauptberuf CEO von United Internet Media. Dies sei vor allem dem Trend geschuldet, dass die Werbungtreibenden ihre Budget „signifikant in die digitalen Kanäle“ shiften, so Giese, „sicherlich auch, weil die Coronapandemie die Verbreitung und die Nutzung digitaler Medien nochmals verstärkt hat“.
© OVK
Die digitale Werbung kommt wohl nicht nur glimpflich aus der Coronakrise, sie könnte sogar davon profitieren. Ende Februar, also noch vor dem Ausruf der Pandemie und den Lockdown-Maßnahmen, gingen die Vermarkter noch von einer Steigerung von 7 Prozent bei den Netto-Werbeinvestitionen aus. Erst danach kam Corona mit voller Wucht, und dennoch hat der OVK seine Prognose für 2020 sogar auf 8,6 Prozent nach oben korrigiert.


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Das liegt auch daran, dass das 1. Quartal mit einem Plus von 12 Prozent erstaunlich gut lief, so dass man mit einigem Rückenwind in die Lockdown-Zeit kam. Mit den prognostizierten 8,6 Prozent würde das Wachstum zwar immer noch etwas schwächer ausfallen als im Gesamtjahr 2019 (plus 10 Prozent), aber die Differenz ist marginal. Die stärksten Werbebranchen sind laut OVK (in dieser Reihenfolge) Dienstleistungen, Auto, Handel und Finanzen.
© OVK
Erstmals weist der OVK die Umsätze mit programmatischer Werbung gesondert aus. Laut Report stand Programmatic im vergangenen Jahr für 62 Prozent der gesamten Display-Umsätze in Deutschland (2,25 Milliarden Euro). 2020 werden Umsätze von 2,63 Milliarden Euro erwartet, was eine Ausweitung des Anteils auf 67 Prozent bedeutet. Gut laufen laut OVK nicht nur auktionsbasierte Werbung, sondern auch die Private Deals der Vermarkter.
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