Online-Audio-Monitor

50 Millionen Deutsche hören Online-Audio-Angebote

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Online-Audio-Dienste wie Spotify boomen
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Online-Audio-Dienste wie Spotify boomen
Immer mehr Deutsche nutzen Online-Audio-Angebote wie Webradios oder Podcasts. Das geht aus dem aktuellen Online-Audio-Monitor der Landesmedienanstalten und der Verbände BVDW und Vaunet hervor. Mittlerweile hören 70 Prozent der Bevölkerung regelmäßig Internet-Radio & Co, das entspricht 50 Millionen Menschen ab 14 Jahren.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nutzung von Online-Audio-Angeboten damit um 14 Prozent beziehungsweise über 6 Millionen Hörer gewachsen. Vor allem bei älteren Menschen und Bürgern mit formal niedriger Bildung verzeichnet die Studie hohe Zuwachsraten: Während es bei den unter 30-Jährigen (94,5 Prozent Online-Audio-Nutzer) und den formal Hochgebildeten (83,8 Prozent) aufgrund der bereits hohen Marktdurchdringung nur noch geringes Wachstum gibt, legen vor allem Frauen (+19 Prozent auf 67,5 Prozent), über 50-Jährige (+36 Prozent auf 52,6 Prozent) und Personen mit formal niedriger Bildung (+40 Prozent auf 59,5 Prozent) überdurchschnittlich stark zu. Als Online-Audio-Angebote definiert die Studie Webradio-Angebote und On-Demand-Angebote wie Musik-Streamingdienste, Podcasts und Radio-Sendungen auf Abruf. 


Bei den Angebotsformen können alle Gattungen zulegen, den größten Zuwachs verzeichnen jedoch Podcasts. Lineare Webradioangebote wachsen um 23 Prozent und erreichen damit inzwischen die Hälfte der Bevölkerung (51 Prozent). Musikstreaming-Dienste kommen bei einem Plus von 21 Prozent auf eine Reichweite von 39 Prozent, Podcasts und Radiosendungen auf Abruf wachsen um 45 Prozent und werden damit von fast jedem viertem Deutschen (24 Prozent) genutzt. Ein kleiner Wermutstropfen für die genuinen Audio-Anbieter dürfte sein, dass der wichtigste Kanal für die Nutzung von Audio-Inhalten weiterhin Video-Plattformen wie Youtube sind, die von 56 Prozent genutzt werden. 
© Online-Audio-Monitor 2020
Eine Rolle für den starken Zuwachs der digitalen Audio-Nutzung dürfte auch die Corona-Pandemie spielen: Die Erhebung fand von April bis Juni und damit auf dem Höhepunkt der Coronakrise in Deutschland statt. 

In Bezug auf die Inhalte haben die Hörer klare Präferenzen: Nachrichten, Wetter und Verkehr sowie regionale Informationen und Sport werden häufiger bei Webradios gehört, Musik, Info-Sendungen, Hörspiele und Unterhaltung eher on Demand. 
© Online-Audio-Monitor 2020
"In den letzten Jahren haben wir gesehen, wie sich Online-Audio aus der Nische heraus entwickelt hat und nunmehr in allen Teilen der Bevölkerung mehrheitsfähig ist", betont Lars Peters, Vorsitzender der Fokusgruppe Audio im BVDW: "Eine überdurchschnittliche Dynamik zeigte sich dabei einmal mehr bei Podcast und Radiosendungen on-Demand. Die Ergebnisse des Online-Audio-Monitors unterstreichen damit die Relevanz der Gattung für die werbliche Kommunikation." 


Auftraggeber der in diesem Jahr erstmals von Mindline Media durchgeführten Studie sind die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), die Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) und der Verband Privater Medien Vaunet. Insgesamt wurden fast 8500 Bürger ab 14 Jahren per Telefon- und Online-Interviews befragt. Der Erhebungszeitraum des Online-Audio-Monitors war vom 29. April bis 18. Juni 2020. dh
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