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Live-Fußball auf Pay-per-View Basis

Lucas von Cranach ist CEO und Gründer von Onefootball
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Lucas von Cranach ist CEO und Gründer von Onefootball
FC Barcelona und Real Madrid live ohne Abo: Ab sofort können Nutzer der Onefootball-App in Großbritannien und Irland die Spiele der spanischen LaLiga live in der App und auf Pay-per-View-Basis verfolgen. CEO Lucas von Cranach plant, solche Pay-per-View-Angebote auch bald in Deutschland anzubieten.
Für ihr neues Angebot geht die Fußball-Plattform Onefootball eine internationale Partnerschaft mit dem Sport-Entertainment-Anbieter Eleven Sports ein. Das Angebot zum Live-Streaming von Fußballspielen ist zunächst in Großbritannien und Irland verfügbar und wird zum Start der Saison 2019/20 auf weitere Märkte ausgeweitet. Einzelspiele werden ab 2,99 britischen Pfund (3,49 Euro in Irland) zum Kauf angeboten. "Wir machen es den Fans so einfach wie möglich und rechnen die gebuchten Spiele über Apple iTunes und Google Play ab. Der Nutzer kann ein einzelnes Spiel live streamen und direkt über seinen Account abrechnen. Der Nutzer ist damit nur zwei Klicks von dem Fußballspiel entfernt", erklärt Lucas von Cranach, Gründer und CEO von Onefootball.


Dass Potenzial in Großbritannien ist laut Auswertung der Nutzerdaten groß: Nur 4 Prozent der britischen Onefootball-Nutzer in Großbritannien haben demnach ein Abo bei einem Pay-TV oder OTT-Anbieter wie Sky oder Eleven Sports. Aber 65 Prozent schauen jede Woche ein Spiel. "Das schauen sie dann aber offenbar auf irgendwelchen Streamingseiten auf einem russischen Server in schlechter Qualität mit 10 Minuten Verzögerung", sagt von Cranach. "Grundsätzlich äußern sie aber die Bereitschaft, etwas dafür zu zahlen, wenn sie einen flexiblen Zugang zu ihrem Spiel mit einem qualitativ hochwertigen Stream bekommen.

In der nächsten Phase ist geplant, das neue Angebot auf die italienische 3. Liga (Serie C), sowie weitere internationale Märkte von Eleven Sports auszuweiten. Von Cranach denkt aber schon weiter: "Unser Anspruch ist, in allen unseren Kernmärkten, neue Kooperationen zu schließen. Viele Gespräche führen wir bereits. Bislang ist die Resonanz sehr positiv, weil wir nicht im Wettbewerb zu den bestehenden Pay-Angeboten stehen." Der Onefootball-Chef will zum Partner der OTT-Streamingplattformen werden und rechnet sich hier gute Chancen aus: "Ein saisonales Abo ist etwas anderes als Pay-per-View, es handelt sich um unterschiedliche Zielgruppen. Wir sind der Startpunkt für einen Kunden, der sich noch nie mit einem Abo beschäftigt hat, sich aber durch ein flexibles Angebot vielleicht irgendwann dafür begeistern könnte. Zumindest sind wir für die Anbieter eine zusätzliche Erlösquelle. Auch in Deutschland führen wir daher aktuell viele Gespräche."
Spiele der La Liga mit zwei Klicks buchen
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Zumindest Danny Menken, Eleven Sports Group Managing Director, teilt von Cranachs Einschätzung: "Wir können von Onefootballs globaler Reichweite profitieren und unseren Content auf Basis von Nutzerdaten, zielgerecht an einzelne Segmente vermarkten. Die Partnerschaft mit Onefootball ermöglicht uns, ein zeitgemäßes Angebot zu schaffen und neue Zielgruppen zu erschließen."


Onefootball erreicht nach eigenen Angaben weltweit 30 Millionen Fußballfans. Monatlich nutzen 10 Millionen Kunden die App, die aktuell in zwölf Sprachen verfügbar ist. Zahlreiche Geldgeber wie Union Square Ventures, Lakestar, Earlybird, Adidas und Daniel Hopp, Sohn des SAP-Gründers, pumpten in den vergangenen Jahren zweistellige Millionenbeträge in das 200 Mitarbeiter starke Start-up mit Standorten in Berlin, Sao Paulo und Mexiko City, das bis dato den Break-even noch nicht erreicht hat. Im Interview mit HORIZONT (Ausgabe 16/2019) spricht Gründer Lucas von Cranach darüber, mit welchen Umsätzen er mittelfristig die Gewinnzone erreichen will: "Wir reden momentan nur über das Potenzial der LaLiga. Rechnen Sie die portugiesische, die türkische, die dritte Liga in Deutschland, die zweite Liga in Italien hinzu. Es gibt so viele Fußballfans, die für einen Club ihrer Wahl Geld zahlen würden, ganz unabhängig von der Liga." vg 
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