Ohne ".de" und mit neuem Claim

T-Online fischt mit neuer Kampagne im Teich von Spiegel, Zeit & Co

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Tritt selbst als Testimonial auf: Chefredakteur Florian Harms
© Ströer
Tritt selbst als Testimonial auf: Chefredakteur Florian Harms
Wer im Netz nach seriösen und gut recherchierten Informationen sucht, steuert hierzulande meist die Webseiten von Spiegel, Süddeutscher Zeitung, FAZ oder Zeit an. T-Online schickt sich an, den Platzhirschen ihren Rang als journalistische Qualitätsführer streitig zu machen. In diesen Tagen startet das Nachrichtenportal aus der Ströer-Gruppe eine Kampagne, die T-Online noch stärker als vertrauenswürdige Informationsquelle für die breite Masse positionieren soll. Dazu passt auch der neue Markenclaim "Nachrichten für Deutschland".
Mit 48 Millionen Unique Usern ist T-Online laut Agof bereits das reichweitenstärkste deutsche News-Portal. Daran soll sich auch nichts ändern. So will T-Online weiterhin alle Menschen ansprechen - unabhängig von Alter, Region und Milieu.


Doch Masse allein reicht dem Ströer-Portal nicht mehr. Die von Dog Ear Films entwickelte Markenkampagne und vor allem der neue Claim sollen T-Online in der öffentlichen Wahrnehmung jetzt verstärkt als Nachrichtenangebot positionieren, das für seriöse, vertrauenswürdige Informationen steht.

T-Online verspricht Fakten statt Meinungen
© Ströer
T-Online verspricht Fakten statt Meinungen
In Zeiten, in denen Fake News und Verschwörungstheorien die Runde machen, sieht man hier offenbar eine Marktlücke. "Trotz der Medienvielfalt haben immer mehr Menschen hierzulande ein wachsendes Bedürfnis nach fundierten Informationen", sagt T-Online-Chefredakteur Florian Harms.
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"Wir sehen unsere journalistische Aufgabe darin, die Bürgerinnen und Bürger rund um die Uhr mit vertrauenswürdigen Nachrichten zu versorgen und die Ereignisse in Deutschland und der Welt unvoreingenommen einzuordnen", so Harms weiter.


Dieser Anspruch wird auch in der Kampagne aufgegriffen. So sind die Anzeigenmotive mit Headlines wie "Fakten von Meinungen trennen", "Wir sind bei euch" und "Alle Informationen liefern. Kostenlos" überschrieben. Vor allem der letzte Spruch ist unschwer als Versuch zu erkennen, den Wettbewerbern aus ihren kostenpflichtigen Plus-Angeboten einen Strick zu drehen und Leser, die kein Abo für Spiegel+, FAZ+, Zeit+ oder SZPlus abschließen wollen, abzuwerben.

Harms will die Leser aber nicht nur mit dem Gratis-Argument überzeugen. Ziel der Kampagne sei es auch, den Lesern die journalistischen Prinzipien von T-Online näher zu bringen. So trenne die Redaktion "klar zwischen Berichten und Meinungen", beleuchte "die verschiedenen Facetten" von Nachrichten und gehe "transparent mit Quellen" um. Indem T-Online darüber hinaus auch auf eine Paywall verzichte, demokratisiere das Nachrichtenportal "den Zugang zu hochwertiger Publizistik", so der ehemalige Spiegel-Online-Chefredakteur. 

Damit die Botschaft auch gehört wird, nimmt T-Online ordentlich Werbegeld in die Hand. Neben Außenwerbemaßnahmen - hier kommen digitale Werbeflächen von Mutterkonzern Ströer zum Einsatz - wurden im Mediaplan auch Onlinemedien sowie die Kanäle Print und TV berücksichtigt. 

Der Markenclaim ist nicht das einzige Element des Markenauftritts, das verändert wurde. Auch am Logo wurde Hand angelegt. So verzichtet T-Online bei seinem Schriftzug ab sofort auf den Zusatz ".de".  Damit wolle man unterstreichen, dass T-Online seine Inhalte eben nicht nur im Internet, sondern auf anderen Kanälen wie den digitalen Screens von Ströer im öffentlichen Raum verbreite. mas
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