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Facebook rankt News stärker nach Vertrauenswürdigkeit

Facebook lässt Nutzer über vertrauenswürdige Medien abstimmen
Facebook lässt Nutzer über vertrauenswürdige Medien abstimmen
Facebook setzt seinen Kampf gegen Fake News und Clickbait fort: Nach der Anpassung des Newsfeeds zugunsten von Beiträgen von Freunden kündigt das soziale Netzwerk nun an, Nachrichten aus reichweitenstarken überregionalen Quellen zu bevorzugen, die von den Usern als vertrauenswürdig eingestuft werden. Seit Mai können Nutzer auch hierzulande über die Vertrauenswürdigkeit von Medien abstimmen. 
Postings von Medien und Unternehmen haben es bei Facebook seit Anfang des Jahres schwerer: Der Algorithmus des sozialen Netzwerks bevorzugt seitdem Postings von Freunden und Familienmitgliedern, während Beiträge von Medien oder Unternehmen heruntergerankt werden. Damit wollte Facebook unter anderem die Verbreitung von Fake News über das Netzwerk eindämmen und die Kommunikation über das Netzwerk für die Nutzer wieder relevanter machen. Nun könnten Beiträge von Medien wieder etwas mehr Raum bei Facebook bekommen. So soll unter anderem die Vertrauenswürdigkeit einer Quelle künftig mit der neuen Anpassung des Newsfeeds darüber bestimmen, wie viele Nutzer deren Beiträge zu sehen bekommen. Das kündigte das Unternehmen am Montag an. 

Die Zahl der öffentlichen Beiträge sei zwar insgesamt gesunken, "dennoch sind Nachrichten auf Facebook wichtig, um zu einer informierten Öffentlichkeit beizutragen", teilt das Unternehmen mit. Daher werde man künftig "Beiträge von überregionalen reichweitenstarken Nachrichtenquellen priorisieren, die von einer Mehrheit der Menschen auf Facebook als vertrauenswürdig eingestuft werden". Umgekehrt werden Medien, die als weniger vertrauenswürdig eingestuft werden, weniger stark verbreitet. 



Über die Vertrauenswürdigkeit bestimmen unter anderem die Nutzer selbst. Facebook führt dafür seit Mai laufend repräsentative Befragungen durch, in denen die Bekanntheit und die Vertrauenswürdigkeit von Nachrichtenquellen abgefragt werden. Außerdem können Nutzer auf einer Skala von eins bis fünf den Informationsgehalt von Beiträgen bewerten. Bislang hatten die Ergebnisse jedoch keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Newsfeeds der deutschen Facebook-Nutzer. Ab sofort sollen die so gewonnenen Erkenntnisse "ein wichtiges Signal für das News Feed Ranking von überregionalen Nachrichtenquellen sein".  Von den Änderungen am News Feed dürften vor allem große, reichweitenstarke Nachrichtenquellen wie Spiegel Online, T-Online.de oder Bild.de profitieren. Facebook formuliert sehr vorsichtig, dass Beiträge von als vertrauenswürdig eingestuften Quellen wie schon in den USA "gegebenenfalls eine höhere Reichweite erzielen", während Beiträge aus Quellen, denen die Nutzer weniger vertrauen, "voraussichtlich weniger starke Verbreitung finden". dh 
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