Neuer Gastro-Titel von G+J

B-Eat schlägt den Feinschmecker zumindest beim Copypreis

Die erste Ausgabe von B-Eat kommt diese Woche an den Kiosk
© Gruner+Jahr
Die erste Ausgabe von B-Eat kommt diese Woche an den Kiosk
Die wichtigsten Daten waren bekannt – nur der Copypreis noch nicht: 6,90 Euro verlangt Gruner + Jahr für sein neues Food- und Gastronomie-Magazin B-Eat. Damit unterbietet der ab dieser Woche zweimonatliche Newcomer den monatlichen Traditionstitel Feinschmecker (Jahreszeiten Verlag) um über 3 Euro. Und kann sich eine kleine Spitze nicht verkneifen.

Zuvor hatte der Jahreszeiten Verlag den neuen Wettbewerber bereits mit gepfefferten Vorwürfen empfangen. Zum Start am Dienstag dieser Woche serviert B-Eat-Chefredakteur Jan Spielhagen (Beef) retour einen herzlichen Gruß aus der eigenen Verlagsküche: "B-Eeat ist kein Magazin nur für Feinschmecker, sondern Leitmedium und Navigationshilfe für Gastro-Fans und Restaurantbesucher, für Ernährungsinteressierte und Food-Freaks, für Wein-, Champagner-, Bier-Enthusiasten und Spirituosen-Liebhaber." Deutschland gehe essen wie noch nie, sagt er: häufiger, experimentierfreudiger, gezielter und anspruchsvoller. Die Restaurants würden mutiger und kreativer; charismatische Köche machten von sich reden.



Diese Entwicklung will B-Eat (Untertitel "Food, Travel, Chefs") begleiten und in jeder Ausgabe die besten und aufregendsten Restaurants in Deutschland, Europa und der Welt testen und portraitieren, von preisverdächtigem Streetfood bis zur Haute Cuisine. Daneben berichtet B-Eat über Trends aus der Kulinarik, porträtiert und interviewt Gourmet-Köche, Winzer, Bartender, "Food-Aktivisten und Gastrosophen" und gibt zu allem "Insidertipps". Jeder Ausgabe liegen vier Coupons bei, mit denen Leser im jeweiligen Restaurant eine Gratis-Aufmerksamkeit erhalten, etwa ein Glas Champagner oder eine Spezialität des Hauses.

Verrisse gibt es keine: Restaurants, in denen die Tester schlechte Erlebnisse hatten, tauchen erst gar nicht auf. „Wir wollen Spaß am Essengehen vermitteln“, sagt Spielhagen, der das Heft mit einer Handvoll fest angestellter Kollegen stemmt – plus vieler freier Mitarbeiter. Ab 50.000 verkauften Exemplaren plus 20 Anzeigen sei B-Eat dick in den schwarzen Zahlen. In der Startausgabe finden sich neun offenbar bezahlte Werbeseiten; bereits mit der kommenden Ausgabe im November erreiche man diese Zielmarke, so Spielhagen.


Den Vertrieb sollen eine Kooperation mit dem Handelsriesen Metro (hier verschickt G+J an 5000 Metro-Kunden aus der gehobenen Gastronomie Probehefte mit Abo-Angeboten) und Heftpakete für die besprochenen Restaurants ankurbeln. In direkter Konkurrenz zum Feinschmecker sieht Spielhagen sein neues Heft nicht – B-Eat adressiere jüngere Leser. Tatsächlich wirken (An-) Sprache und Aufmachung teilweise hipper bis frischer. Allerdings buhlen beide Titel mit vergleichbaren Themen um teils ähnliche Leser und Werbekunden.

B-Eat, im Mai angekündigt, kommt zweimonatlich mit einer Druckauflage von 100.000 Exemplaren. Zum Vergleich: Der Jalag druckt von seinem Feinschmecker mit 108.116 Stück ähnlich viele Hefte – allerdings monatlich. Davon verkaufte man zuletzt (IVW 2/2018) stabil 72.440 Stück. Die "harten" Verkäufe (Abo plus Einzelverkauf) allerdings sanken im Vorjahresvergleich um 11,7 Prozent auf 33.014 Exemplare – immerhin bei einem stolzen Copypreis von 9,95 Euro. Bei Jalags Food-Titeln soll nun die frühere Manthey-Managerin Frauke Eckert neue Vermarktungsprodukte entwickeln. rp 
Die erste Ausgabe von B-Eat kommt diese Woche an den Kiosk
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Die erste Ausgabe von B-Eat kommt diese Woche an den Kiosk

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